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Hautkrebs-Apps bieten keine Alternative zum Dermatologen

Autor: Dr. Daniela Erhard

Beim Erkennen von Hautkrebs sind Apps oft unzuverlässig und ungenau. Beim Erkennen von Hautkrebs sind Apps oft unzuverlässig und ungenau. © iStock/Anagramm, Delpixart, Suraphol
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Den Leberfleck mit dem Handy abfotografieren und das Gerät teilt einem mit, ob es Krebs sein könnte oder nicht. Klingt super, funktioniert nur nicht wirklich.

Es klingt verlockend: Anstatt monatelang auf einen Termin beim Dermatologen zu warten, fotografiert man ein Muttermal einfach mit dem Smartphone. Auf Basis eines komplizierten Algorithmus beurteilt eine App dann das Melanomrisiko. Von dieser Vision scheinen die Anwendungen jedoch noch weit entfernt. Zu häufig liefern sie unzuverlässige und ungenaue Resultate, resümieren Karoline Freeman vom Institute of Applied Health Research der University of Birmingham und Kollegen. Die Forscher hatten Daten aus neun publizierten Studien noch einmal unter die Lupe genommen.1

20 % der Nutzer erhalten ein falsch positives Ergebnis

Von den sechs darin untersuchten Apps stehen noch zwei zum Download bereit: SkinScan und SkinVision. Erstere schaffte es gar nicht, ein Melanom als Veränderung mit hohem Risiko zu erkennen. SkinVision identifizierte 88 % der Melanome korrekt als hochriskant, bei einer Spezifität von 79 %.

Angenommen, von 1000 Personen hätten 3 % ein Melanom, würde die App damit aber 4 von 30 Tumoren übersehen – und mehr als 200 Personen ein falsch positives Ergebnis übermitteln. In der Praxis dürfte die Quote sogar noch schlechter ausfallen. Die untersuchten Studien wurden meist mit selektiv ausgewählten Probanden durchgeführt. Freeman und Kollegen bemängeln zudem das verwendete Bildmaterial: Statt realistische Aufnahme zu testen, speisten die Forscher die Apps oft mit professionellen Fotos, teilweise aus dermatologischen Datenbanken. Trotz dieser Tatsache konnten bis zu 45 % der Aufnahmen von den Anwendungen nicht beurteilt werden und wurden mitunter aus den Analysen ausgeschlossen.

Ähnlich kritisch beurteilen Datenxperten um Jessica Morley von der Universität Oxford die beiden in Europa als Medizinprodukt der Klasse 1 zugelassenen Apps.² Dies suggeriere, dass die Produkte sicher seien. Doch könnten sie zu Fehl- und Überdiagnosen sowie Ängsten und Cyberchondrie bei den Nutzern führen. Daher sollte die Zulassung solcher Anwendungen besser reguliert werden.

Quellen:
1. Freeman K et al. BMJ 2020; 368: m127; DOI: 10.1136/bmj.m127
2. Morley J et al. A.a.O.: m428; DOI: 10.1136/bmj.m428


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