HIV in der Zukunft: Vorsorge ist im Kommen

Medizin und Markt Autor: Tim Förderer

Rückgang der HIV-Neudiagnosen durch die PrEP: manchmal um 50 % und darüber. © iStock.com/MarcBruxelle

HIV-Infektionen scheinen den großen Schrecken zum Teil verloren zu haben. Auch weil viele Erkrankte inzwischen ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen. Forscher arbeiten daran, das Virus ganz zu entschärfen.

Seit Jahren wird nach einer Vakzine gegen das HI-Virus gesucht. „Ein Impfstoff könnte Milliarden im Gesundheitssystem einsparen“, sagte Professor Dr. Hendrik Streeck, vom Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Essen.

In „frühen“ Startlöchern steht eine mosaikbasierte Vakzine gegen HIV-1-Infektionen. Sie enthält Mosaik-Immunogene die vor verschiedenen Typen des Erregers schützen sollen. Der Impfstoff befindet sich seit November 2017 in einer Phase-IIb-Studie. IMBOKODO schließt 2600 sexuell aktive Frauen im Alter von 18–35 Jahren in fünf Ländern Afrikas ein. Die Untersuchung soll die Effizienz bewerten, mit der die Immunisierung die Inzidenz einer HIV-Infektion bei Frauen reduzieren kann. Ergebnisse werden für 2021 erwartet. Aber auch die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) hat der Hersteller in der Pipeline. „2018 gab es in Deutschland ca. 4500–7000 PrEP-Nutzer“, sagte Dr. Heribert Knechten, Infektiologe aus Aachen. Und die Medikation funktioniert im „normalen“ Leben. So sei zwischen 2012 und 2016 ein Rückgang der HIV-Neudiagnosen von 51 % zu verzeichnen.

Die Krankenkasse DAK-Gesundheit sieht die Vorteile. Laut Pressemitteilung beabsichtigt man, die Kosten für die PrEP in Zukunft zu übernehmen. 

Quelle: Presseworkshop „Janssen in der Infektiologie: aktuelle Studiendaten zur HIV-Impfung“; Veranstalter: Janssen