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Herpes zoster Immunisierung zahlt sich vor allem bei Älteren und Krebspatienten aus

Autor: Dr. Anne Benckendorff

Das Lebenszeitrisiko für eine Herpes-zoster-Erkrankung liegt in der Allgemeinbevölkerung zwischen 20 und 30 %. Das Lebenszeitrisiko für eine Herpes-zoster-Erkrankung liegt in der Allgemeinbevölkerung zwischen 20 und 30 %. © iStock/franciscodiazpagador, Science Photo Library/EYE OF SCIENCE
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Dass die Impfung gegen Herpes zoster wirkt, ist unbestritten. aber zahlt sie sich auch aus ökonomischer Sicht aus? Das untersuchten Schweizer Kollegen.

Ende 2021 erfolgte in der Schweiz die Zulassung des rekombinanten Herpes-zoster-Totimpfstoffes. Im Rahmen der Debatte um seine Erstattungsfähigkeit hat eine dermatologische Klinik dort ihre Gürtelrose-Fälle der vergangenen 15 Jahre aufgearbeitet und ausgewertet, um das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu ermitteln.

Zwischen 2005 und 2019 wurden in der Abteilung für Dermatologie am Universitätsklinikum Basel insgesamt 355 Patienten in einem Durchschnittsalter von 61,5 Jahren wegen Herpes zoster behandelt. 107 Patienten (30,1 %) erlitten Komplikationen, von denen die Post-zoster-Neuralgie mit 37 Fällen (26,2 %) die häufigste war, gefolgt von Herpes-zoster-Dissemination (20,6 %) und Hautnekrosen (14,9 %), wie Leonard Bongers und Kollegen berichten. Die Herpes-zoster-assoziierte Mortalitätsrate betrug 0,85 %. 68 Patienten (19,2 %) mussten stationär aufgenommen werden, wobei die hospitalisierten Patienten deutlich älter waren als diejenigen, die ambulant behandelt werden konnten (71 vs. 58 Jahre).

Krebskranke haben die meisten Komplikationen

Insgesamt wiesen 81 Patienten (22,8 %) Risikofaktoren für die Gürtelrose auf: eine aktive Krebserkrankung (7,9 %), eine Immunsuppression (meist Kortikosteroide, Mycophenolat-Mofetil oder Adalimumab; 6,7 %) oder einen Diabetes (6,2 %). Während bei den Krebspatienten das Risiko für eine Komplikation um den Faktor 2,5 erhöht war, ließ sich in der Kohorte für Immunsuppression und Diabetes keine signifikant höhere Rate nachweisen. Die Odds Ratio für eine Komplikation pro jedem zusätzlichem Lebensjahr betrug 1,04 (1,41 pro zehn Jahre). Mit Blick auf die Kosten war eine stationäre Behandlung im Median 27 Mal so teuer wie eine ambulante. Die Therapie eines Patienten mit Komplikationen kostete knapp 7 Mal so viel wie für einen ohne Zwischenfälle.

Die Autoren folgern aus ihren Daten, dass vor allem Menschen ab 60 Jahren ein Risiko für einen erschwerten Verlauf haben und daher im Fokus der Impfstrategie stehen sollten. Da darüber hinaus eine Krebserkrankung unabhängig vom Alter mit einem erhöhten Komplikationsrisiko verbunden war, könnte auch eine generelle Impfung von Krebspatienten als möglicher Ansatz in Betracht gezogen werden.

Quelle: Bongers LD et al. Swiss Med Wkly 2021; 151: w30081; DOI: 10.4414/smw.2021.w30081

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