Jeder 12. Therapeut wird sexuell übergriffig

Interview Autor: Dr. Elisabeth Nolde

Prof. Dr. Harald J. Freyberger, Fachabteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Helios Hanseklinikum Stralsund. © Universität Greifswald

Sexueller Missbrauch in psychotherapeutischen Beziehungen wird nach wie vor tabuisiert und trotz möglicher straf- und standesrechtlicher Sanktionen nur selten konsequent verfolgt. Doch das Problembewusstsein scheint zu wachsen: "Wir befinden uns derzeit in der Aufklärungsphase", sagt Professor Dr. Harald J. Freyberger.

Wie häufig sind sexuelle Übergriffe bei der Psychotherapie?

Prof. Freyberger: Wir haben Daten aus Befragungen von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten in Kanada, England und Deutschland aus den 1990er-Jahren und um 2000. Auf dieser Basis schätzen Experten, dass etwa 8 % aller niedergelassenen Psychotherapeuten einmal im Leben einen sexuellen Übergriff begehen. Männliche Therapeuten stellen die absolute Mehrheit der Täter, die meisten Opfer sind weiblich.

Welche Konsequenzen haben die Übergriffe?

Prof. Freyberger: Das Problem ist, dass sich die Opfer nach einem sexuellen Übergriff viel zu selten melden. Sie fühlen sich eingeschüchtert, haben Angst oder werden von den Tätern...

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