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Kaum Krebsrisiko durchs Haarefärben

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Haarfärbemittel sind der Nurses’ Health Study zufolge nicht so schlecht wie ihr Ruf. Haarfärbemittel sind der Nurses’ Health Study zufolge nicht so schlecht wie ihr Ruf. © iStock/monzenmachi
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Weit über die Hälfte der Frauen färbt sich regelmäßig die Haare – obwohl die verwendeten Chemikalien nicht den gesündesten Ruf genießen. In puncto Krebsrisiko muss man sich aber offenbar kaum Gedanken machen.

Sich die Haare zu färben steht v.a. bei Frauen über 40 hoch im Kurs. Um die Mähne dauerhaft zu kolorieren, muss häufig jedoch auf chemisch aggressivere Substanzen zurückgegriffen werden, von denen ein Teil sogar als potenziell krebserregend gilt.

In der Praxis müssen sich Frauen darüber aber wohl weniger Gedanken machen. Dies zumindest legt die Auswertung der Daten von 117 200 Frauen aus der Nurses’ Health Study nahe. Über 36 Jahre wurden die Teilnehmerinnen regelmäßig u.a. zum Einsatz von Haarfärbemitteln befragt.

Für die meisten Krebsarten fanden die Forscher keine auffälligen Anstiege im Erkrankungsrisiko. Wer seine Haare mit oxidativen Farbstoffen bearbeitete, wies allerdings im Vergleich zu nicht färbenden Damen ein etwas erhöhtes Risiko für ein Basalzellkarzinom auf – vor allem mit einer naturgegeben hellen Haarfarbe.

Leicht erhöht war zudem die Gefahr für hormonrezeptornegative Mammakarzinome, wenn sich die Frauen wiederholt den Chemikalien aussetzten. Mit Vorsicht zu interpretieren ist dagegen der geringfügige Anstieg an Hodg­kin-Lymphomen bei ursprünglich dunkelhaarigen Frauen. Die Fallzahlen waren zu klein und mögliche andere Einflussvariablen blieben unberücksichtigt.

Für konkrete Aussagen fehlen Fakten

Insgesamt können die Ergebnisse dazu beitragen, Frauen etwaige Ängste vor einer Krebserkrankung durch Haarfärbemittel zu nehmen. Für konkretere Aussagen fehlen jedoch genauere Informationen, so die Autoren, etwa über das potenzielle Risiko spezieller Personengruppen oder zu den unterschiedlichen Inhaltsstoffen der verwendeten Farben.

Quelle: Yin Z et al. BMJ 2020; 370: m2942; DOI: 10.1136/bmj.m2942

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