Kollegen verpfiffen, aber kaum Schuldgefühle

Autor: kol

Die DDR-Staatssicherheit hatte überall „informelle Mitarbeiter“ (IM), auch unter den Ärzten. Diese bespitzelten Kollegen und Freunde. Sie berichteten zudem über Patienten und verstießen gegen ihre Schweigepflicht. Es ist ein dunkles Kapitel der ostdeutschen Ärzteschaft – und es interessiert kaum jemanden.

Den Eindruck erzeugte zumindest eine Veranstaltung, zu der die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes vergangene Woche in Berlin eingeladen hatte. Zwar war der Saal voll, doch es waren vor allem Menschen gekommen, die sich von DDR-Ärzten verraten fühlten und bis heute eine Klärung der Sachlage vermissen. Schätzungen besagen, dass in der DDR 2 bis 5 % der Ärzte als IM arbeiteten. Damit gab es in diesem Sektor mehr Spitzel als in anderen Bereichen. Der Grund: Mediziner, die einer sozialistischen Ärzteschaft kritisch gegenüberstanden, verließen das Land zunehmend in Richtung Westen. Das wurde als staatsfeindlich angesehen, denn das Gesundheitswesen galt als ein...

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