Kontaktlinsen gelangen als Mikroplastik ins Essen

Autor: Dr. Susanne Gallus

Zerfallen Kontaktlinsen in < 5 mm große Stücke, handelt es sich um Mikroplastik. Auch über Kosmetika gelangen die Problem-Partikel in die Umwelt. © Charles Rolsky

Millionen Menschen versenken ihre Kontaktlinsen allabendlich im Abfluss. Dort lösen sie sich jedoch nicht einfach auf, sondern finden über Umwege wieder zu uns zurück – und zwar ins Essen.

Kontaktlinsen zum Abendbrot? Lecker klingt anders. Wie die Sehhilfen in Form kleinster Partikel wieder auf unserem Teller landen, untersuchten vor Kurzem Biologen um Charlie­ Rolsky von der Arizona State University. Sie befragten zunächst US-amerikanische Linsenträger, wie sie sich ihrer Sehhilfen täglich entledigen. Dabei gab fast jeder Fünfte an, sie in den Abfluss zu werfen. Schätzungen zufolge gelangen so jährlich bis zu zehn Tonnen in die Kläranlagen.

Um herauszufinden, wie die Kontaktlinsen anschließend zersetzt werden, brachten die Wissenschaftler fünf häufig darin enthaltene Kunststoffpolymere mit verschiedenen Mikroorganismen zusammen, auf die sie in der Kläranlage treffen. Mittels einer speziellen Spektroskopietechnik erkannten die Forscher, dass die Mikroorganismen die Oberflächenstruktur der Polymere zerstören.

Vom Klärschlamm über kleine Organismen auf den Teller

Das dadurch entstehende Mikroplastik gelangt dann z.B. über den ausgebrachten Klärschlamm ins Ökosystem, wird von kleineren Organismen aufgenommen und landet so vielleicht wieder in der Einkaufstüte. Diesmal jedoch nicht als Sehhilfe, sondern als Nahrung.

Quelle: Pressemitteilung – American Chemical Society