Leichter Schlaganfall: Fibrinolytikum offenbar nicht besser als ASS

Autor: Dr. Judith Lorenz

Weder ASS noch das Fibrinolytikum scheinen Auswirkungen auf den Verlauf eines Insults zu haben. © fotolia/utah778

Etwa einem Drittel der Patienten mit leichtem Schlaganfall geht es drei Monate danach deutlich schlechter. Von einer konsequenten Behandlung mit Alteplase würden sie aber vermutlich nicht profitieren.

Untersucht wurden 313 Patienten (Durchschnittsalter 62 Jahre) mit akutem ischämischem Insult. Alle Patienten wiesen nur leichte Symptome auf, beispielsweise eine Gesichtslähmung, Sensibilitäts- oder Sprachstörungen. Die eine Hälfte der Studienteilnehmer erhielt innerhalb von drei Stunden nach dem Ereignis Alteplase i.v. mit einem oralen Placebo, die andere Gruppe bekam Acetylsalicylsäure p.o. und Placebo i.v.

Bezüglich des primären Studienendpunkts unterschieden sich die beiden Gruppen kaum: Drei Monate nach dem Insult wiesen rund 78 % der Lysegruppe und gut 82 % der mit ASS behandelten Patienten ein günstiges funktionelles Outcome auf.

Ob leichtgradig neurologisch beeinträchtigte Schlaganfallpatienten akut mit dem Fibrinolytikum oder mit ASS behandelt werden, scheint keinen Einfluss auf den Schweregrad späterer Behinderungen zu haben, schlussfolgern die Autoren um Dr. Pooja­ Khatri von der University of Cincinnati in Ohio.

Da die Studie aufgrund der schleppenden Rekrutierung – geplant hatte man ursprünglich mit mehr als 900 Teilnehmern – vorzeitig beendet wurde, sei eine abschließende Bewertung der beiden Therapieregime jedoch nicht möglich.

Quelle: Khatri P et al. JAMA 2018; 320: 156-166