Lichtverschmutzung erhöht den Gebrauch von Schlafmitteln

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Wohlhabende Personen, die in einer Metropolregion mit hoher Lichtverschmutzung wohnen, nehmen am ehesten regelmäßig Hypnotika ein. © iStock.com/Nikada

Straßenlaternen, Leuchtreklame, Gebäudeinszenierung: Was hübsch aussieht, kann jedoch den Schlaf stark beeinflussen. Die negativen Folgen bringen insbesondere ältere Großstädter dazu, vermehrt Hypnotika zu schlucken.

Ziel der koreanischen Wissenschaftler war es, den möglichen Zusammenhang von umfangreicher künstlicher Beleuchtung in den Nachtstunden und der Einnahme von Schlafmedikamenten aufzuzeigen. Dazu haben Dr. Jin-young Min und Dr. Kyoung-bok Min vom Institute of Health and Environment der Universität Seoul mehr als 52 000 Personen ab dem 60. Lebensjahr untersucht. Die Kohorte steht stellvertretend für die ältere südkoreanische Bevölkerung – Patienten mit schon zu Beginn diagnostizierten nicht-organischen Insomnien ausgeschlossen.

Nächtliche Beleuchtung mit Satellitenbildern errechnet

Geprüft wurde, wie oft die Probanden innerhalb eines 12-Jahres-Zeitraums ein Schlafmittel eingenommen hatten und in welcher Dosis. Die Daten setzten die Wissenschaftler dann zur äußeren nächtlichen Umgebungsbeleuchtung in Beziehung, die sie anhand von Satellitenaufnahmen errechnet hatten.

Die Auswertung zeigte, dass mehr als jeder Fünfte aus der Kohorte Hypnotika schluckte, meist Zolpidem oder Triazolam. Am höchsten war der Anteil bei den 80- bis 84-Jährigen (25,9 %). Wer regelmäßig auf die Schlafhilfen zurückgriff, war in der Regel wohlhabend und lebte in einer Metropolregion. Der Vergleich mit der externen Lichteinwirkung belegte, dass der Konsum von Hypnotika mit zunehmender künstlicher (nächtlicher) Lichtexposition stieg – sowohl was die Häufigkeit als auch die eingenommene Menge betraf. Die Korrelation von Licht und Schlafmittel blieb bestehen, wenn Störfaktoren wie Alter, Alkoholkonsum, Wohnsituation oder körperliche Aktivität berücksichtigt wurden.

Quelle: Min J, Min K. J Clin Sleep Med 2018; 14: 1903-1910