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Magenbypass schützt vor diabetischer Retinopathie

Autor: Dr. Judith Lorenz

Nach der Magen-OP sank das Risiko einer diabetischen Retinopathie deutlich. (Agenturfoto) Nach der Magen-OP sank das Risiko einer diabetischen Retinopathie deutlich. (Agenturfoto) © iStock/anukool
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Menschen mit Typ-2-Diabetes, die sich einer Magen-Bypass-Operation unterzogen haben, entwickeln scheinbar seltener eine diabetische Retinopathie. Der Effekt hängt allerdings auch von Krankheitsparametern vor dem Eingriff ab.

Adipöse Typ-2-Dia­betiker entwickeln nach einer Magenbypassoperation deutlich seltener eine diabetische Retinopathie. Zu diesem Schluss kommt eine schwedische Registerstudie. Angesichts der widersprüchlichen Evidenz bezüglich der Auswirkungen bariatrischer Eingriffe auf die Augenkomplikation hatten Dr. Hanna Åkerblom­ vom Department of Ophthalmology in Västerås und Kollegen die klinischen Daten von Typ-2-Diabetikern ausgewertet. 5321 hatten sich zwischen 2007 und 2013 einer Magenbypassoperation unterzogen. Das Vergleichskollektiv bildeten ebenso viele, u.a. nach Alter, Geschlecht und BMI gematchte Diabetiker ohne den Eingriff.

Routinemäßiges Retinopathiescreening für alle Diabetiker

Nach der Magen-OP sank das Risiko für eine neu diagnostizierte Retinopathie um 38 %. Es hing allerdings stark vom prä­operativen Zustand der Patienten ab, vor allem im Hinblick auf Dia­betesdauer, HbA1c-Wert, Insulinbehandlung, eGFR sowie BMI. Die Inzidenzen weiterer visusbedrohender oder behandlungsbedürftiger Augenkomplikationen, beispielsweise des diabetischen Makulaödems, unterschieden sich zwischen beiden Kollektiven nicht.

Alle Diabetiker sollten routinemäßig ein Retinopathiescreening erhalten, meinen die Wissenschaftler. Sofern vor dem Eingriff nicht bereits Augenkomplikationen vorliegen, halten sie ein intensiviertes Monitoring nach einer Magenbypassoperation hingegen nicht für notwendig.

Quelle: Åkerblom H et al. JAMA Ophthalmol 2021: e205892; DOI: 10.1001/jamaophthalmol.2020.5892


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