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Typ-1-Diabetes Management nach Krankheitsdauer richten

Autor: Stefanie Menzel

Ein lang bestehender Typ-1-Diabetes hinterlässt im Alter seine Spuren. Ein lang bestehender Typ-1-Diabetes hinterlässt im Alter seine Spuren. © RFBSIP – stock.adobe.com
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Bei älteren Patenten mit Typ-1-Diabetes führt eine lange Krankheitsdauer zu klinischen und funktionellen Einbußen.

Bei Patienten mit Typ-1-Diabetes im fortgeschrittenen Alter hat die bisherige Krankheitsdauer einen starken Einfluss auf den körperlichen und geistigen Zustand, wie Prof. Dr. Medha­ Munshi­ vom Joslin Diabetes Center in Boston und Kollegen berichten.

Für ihre Querschnitts­studie werteten sie die Daten von 165 insulinpflichtigen Patienten mit Diabetes Typ 1 aus (Durchschnittsalter 70 Jahre). Alle hatten vor der Erhebung über mindestens sechs Monate ihre Werte kontrolliert (Blutzuckermessung, kontinuierliches Glukosemonitoring). Hinsichtlich Alter, Geschlecht, BMI, kognitiver Funktion, Therapie, Komorbiditäten oder Familienstand unterschieden sich die Gruppen nicht. Die Patienten wurden gemäß der Anzahl ihrer Diabetesjahre in zwei Gruppen eingeteilt: < 50 bzw. ≥ 50 Jahre.

Medikamentenbedarf höher bei langer Krankheitsdauer

Patienten mit einer sehr langen Krankheitsdauer litten häufiger an Depressionen (OR 2,8), waren weniger aufmerksam hinsichtlich Unterzuckerung (OR 2,6), beklagten ein stärkeres Nachlassen der körperlichen Funktionalität und hatten einen höheren Medikamentenverbrauch – unabhängig von Alter, Geschlecht und HbA1C-Werten. Die Forscher sehen in ihren Beobachtungen einen wichtigen Beitrag für ein sicheres und erfolgreiches Diabetesmanagement von älteren Patienten mit Typ-1-Diabetes. 

Quelle: Munshi M et al. Diabetes Care 2022; DOI: 10.2337/dc21-2000

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