Migräne erhöht Risiko für Cochleaerkrankungen

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Migräneattacken machen sich auch über Probleme mit dem Gehör bemerkbar. © fotolia/Aaron Amat

Migräniker leiden häufiger an Erkrankungen des Innenohrs als Nichtmigränepatienten. Ihr Risiko liegt fast dreimal höher.

Eine Migräne muss sich nicht immer über Kopfschmerz äußern. Sinneswahrnehmungsstörungen wie Diplopie, Hyperakusis oder Tinnitus können die Attacken dominieren. Ob dies bedeutet, dass eine Migräne generell für Erkrankungen der Cochlea prädisponiert, untersuchten jetzt taiwanesische Forscher in einer Kohortenstudie.

Die Wissenschaftler analysierten Daten von 1056 Patienten im mittleren Alter von rund 37 Jahren, die eine Migränediagnose zwischen 1996 und 2012 erhalten hatten. Sie stellten die Raten an Neuerkrankungen innerhalb der 17 Jahre denen von 4224 Kontrollen gegenüber. Im Beobachtungszeitraum traten bei Migränikern häufiger Cochleaerkrankungen auf (12,2 % vs. 5,5 %).

Schallempfindungsstörungen nicht wesentlich häufiger

Im Vergleich zu den Kontrollen lag das Risiko, an Schädigungen der Hörschnecke zu erkranken, fast dreimal höher. Betrachtet man die einzelnen Krankheitsbilder, wiesen Migränepatienten eine mehr als dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Tinnitus auf. Das Risiko eines Hörsturzes lag um das 1,2-Fache höher. Für die sensorineurale Schwerhörigkeit ermittelten die Forscher nur eine schwache Assoziation.

Quelle: Hwang J-H et al. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg 2018; 144: 712-717