Mindestens drei Monate Sportverbot bei Myokarditis ein Muss!

Autor: Dr. Angelika Bischoff

Selbstverständlich gilt für Patienten mit akuter Myokarditis ein absolutes Sportverbot. © iStock/nuiiko

Jeder vierte plötzliche Herztod ist bei Sportlern auf eine Myokarditis zurückzuführen. Nicht zuletzt deshalb gilt bei akuter Herzmuskelentzündung strengstes Sportverbot – auch für die Allgemeinbevölkerung.

Wenn ein Patient eine fulminante akute Myokarditis übersteht, hat er eine sehr gute Prognose, erklärte Privatdozent Dr. Christian Marc Schmied, Universitäres Herzzentrum Zürich. Viel schlechtere Aussichten haben Patienten mit schleichenden chronischen Verlaufsformen, die oft lange übersehen werden. Das Risiko für einen plötzlichen Herztod, das eine Myokarditis mit sich bringt, variiert auch sehr stark mit dem Alter. Am höchsten liegt es in den mittleren Lebensjahren.

Für die Diagnose einer Myokarditis sind Anamnese und klinischer Aspekt entscheidend. Biomarker für einen myokardialen Schaden wie erhöhtes Troponin finden sich nur selten. Auch das EKG ist eher unspezifisch: Sinustachykardie, ST-Strecken- und T-Wellen-Anomalien. Mit einer erhöhten Mortalität sind Q-Wellen oder Linksschenkelblock-Bilder assoziiert. Die Echokardio­graphie ist häufig wegweisend mit Kardiomyopathiezeichen und Wandbewegungsstörungen.

Die Diagnose wird meist mit dem Kardio-MRT gestellt. Betroffene Patienten tragen ein deutlich erhöhtes Arrhythmie- und Herztod-Risiko. Als weiterer prognostisch ungünstiger Faktor muss das „adverse remodelling“ betrachtet werden. Eine elektrophysiologische Untersuchung muss nicht durchgeführt werden. Ein positives Ergebnis weist zwar auf ein erhöhtes Herztodrisiko hin, doch ein negatives Ergebnis bedeutet keine Entwarnung. Als Goldstandard gilt die Myokardbiopsie, sie wird aber im klinischen Alltag selten gebraucht, um die Diagnose einer Myokarditis zu sichern.

Systolische Ventrikelfunktion muss überprüft werden

Selbstverständlich gilt für Patienten mit akuter Myokarditis ein absolutes Sportverbot. Frühestens nach drei bis sechs Monaten sollte der Patient nochmals untersucht werden mit Ruhe-EKG, Langzeit-EKG und Ergometrie. Wenn die systolische Ventrikelfunktion dann in Ordnung ist, Serummarker für Myokardschaden, Entzündung und Herzinsuffizienz sich normalisiert haben und in den EKG keine relevanten Arrhythmien auftreten, kann der Sport wieder aufgenommen werden.