Nach akutem Koronarsyndrom ist besonderer Schutz gefragt

Autor: Maria Weiß

Patienten mit LDL-Werten ≥ 100 mg/dl profitierten am meisten vom Antikörper. © Fotolia/peterschreiber.media

Das Risiko für ein erneutes ischämisches Ereignis nach einem akuten Koronarsyndrom ist hoch – insbesondere wenn die LDL-Spiegel nicht ausreichend gesenkt sind. Ein PCSK9-Antikörper könnte Patienten unter Statintherapie zusätzlich schützen.

In vorangegangenen Studien wurde bereits gezeigt, dass das Risiko nach einem akuten Koronarsyndrom umso geringer ist, je tiefer die LDL-Werte gedrückt werden. In der randomisierten internationalen ODYSSEY-OUTCOMES-Studie untersuchten Dr. Gregory G. Schwartz von der University of Colorado School of Medicine in Aurora und Kollegen jetzt, welchen Beitrag die zusätzliche Gabe des PCSK9-Antikörpers Alirocumab leisten kann.

Sie schlossen 18 924 über 40-jährige Patienten in ihre Studie ein, die in den vorangegangenen 12 Monaten ein akutes Koronarsyndrom erlitten hatten und trotz einer ausgereizten Statintherapie immer noch LDL-Spiegel von mindestens 70 mg/dl, Non-HDL-Spiegel von mindestens 100 mg/dl oder Apolipoprotein-B-Spiegel von mindestens 80 mg/dl aufwiesen. Die Probanden erhielten randomisiert über im Median 2,8 Jahre alle zwei Wochen eine Injektion mit dem Antikörper oder Placebo.

Den primären kombinierten Endpunkt (Tod durch KHK, nicht- tödlicher Herzinfarkt, tödlicher oder nicht-tödlicher ischämischer Schlaganfall oder Hospitalisierung aufgrund einer instabilen Angina pectoris) erreichten 9,5 % in der Alirocumab- und 11,1 % in der Placebogruppe. Auch das Sterberisiko war unter Alirocumab etwas niedriger als unter Placebo (3,5 vs. 4,1 %). Die Rate an KHK-bedingten Todesfällen unterschied sich nicht zwischen den Gruppen (2,2 vs. 2,3 %). Patienten mit hohen LDL-Ausgangswerten von mindestens 100 mg/dl profitierten am meisten von der Antikörpertherapie.

Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf. Lediglich lokale Hautreaktionen an der Injektionsstelle gab es unter Alirocumab öfter als unter Placebo (3,8 vs. 2,1 %).

Quelle: Schwartz GG et al. N Engl J Med 2018; 379: 2097-2107