"Nicht besser als die Beobachtungsstudien"

Die WHI-Studie wurde von dem US-amerikanischen National Heart, Lung and Blood Institute initiiert, weil man mit einer randomisierten, plazebokontrollierten prospektiven Studie Klarheit schaffen wollte in der seit Jahren heftigen Diskussion um die Interpretation der Beobachtungsstudien zur Hormonersatztherapie. Diesen Anspruch der höheren methodologischen Qualität, unter dem diese Studie angetreten ist, hat sie aber nicht erfüllt. Nur theoretisch ist sie den Beobachtungsstudien in der Aussagekraft überlegen, praktisch ordne ich die WHI-Studie dagegen in die Beobachtungsstudien ein.

Warum? Zu Beginn der Studie wurden die Frauen zwar randomisiert den verschiedenen Behandlungsgruppen zugeordnet, und weder Studienärzte noch Patientinnen wussten, wer Plazebo und wer Hormone bekam. Doch mit zunehmender Dauer der Studie änderte sich dies: So waren 44 % der Frauen in der Verumgruppe durch die Ärzte auf Grund von Beschwerden entblindet worden, in der Plazebogruppe hingegen nur 6,8 %. Grund für die hohe Entblindungsrate in der Verumgruppe waren meist Blutungsstörungen. Wahrscheinlich wussten noch viel mehr Frauen und Ärzte, ob sie ein Plazebo oder ein Hormonersatzpräparat bekamen - wegen anderer, leichter Nebenwirkungen wie zum Beispiel Brustspannen.

Wenn solch ein Unterschied...

Liebe Leserin, lieber Leser, aus rechtlichen Gründen ist der Beitrag, den Sie aufrufen möchten, nur für medizinische Fachkreise zugänglich. Wenn Sie diesen Fachkreisen angehören (Ärzte, Apotheker, Medizinstudenten, medizinisches Fachpersonal, Mitarbeiter der pharmazeutischen oder medizintechnischen Industrie, Fachjournalisten), loggen Sie sich bitte ein oder registrieren sich auf unserer Seite. Der Zugang ist kostenlos.

Anmelden
Ich habe noch keinen Zugang und möchte mich kostenlos registrieren

Bei Fragen zur Anmeldung senden Sie bitte eine Mail an onlinemedical-tribune.de.