Omega-3-Fette bei Typ-2-Diabetes ohne Vorteil

Autor: Dr. Susanne Gallus

Mehrfach ungesättigt, einfach unnütz: Omega-3-Fettsäuren haben keinen Effekt bei Diabetes. © iStock/AntonioGuillem

Die einen sagen, Omega 3 und andere gesunde Fette verschlechtern die Diabeteskontrolle, die anderen das Gegenteil. Laut einer Metaanalyse macht es schlichtweg keinen Unterschied.

Wissenschaftler an der Norwich Medical School konnten weder einen Beweis dafür finden, dass erhöhte Mengen an ungesättigten Fettsäuren einen Typ-2-Diabetes verhindern, noch, dass sie den Glukosestoffwechsel positiv beeinflussen. Insgesamt hatten sie 83 Studien über langkettiges Omega 3, α-Linolensäure (kurzkettiges Omega 3), Omega 6 und mehrfach ungesättigte Fette allgemein ausgewertet.

HbA1c, Serumglukose und Nüchterninsulin unterschieden sich bezogen auf Personen ohne eine gesteigerte Omega-3-Zufuhr nur im Hundertstelbereich. Für die anderen Fette ergab sich ebenfalls kein relevanter Zusammenhang. Einzige Ausnahme: Eine erhöhte Zufuhr von α-Linolensäure steigerte das Nüchterninsulin.

Als „Präventionsmaßnahme“ sei die Nahrungsergänzung wenig sinnvoll, schreiben die Autoren. Sollte ein Patient allerdings zur Triglyzeridreduktion langkettiges Omega 3 supplementieren, raten die Experten, die tägliche Menge von 4,4 g nicht zu überschreiten. Mit höheren Dosen hatten sie Hinweise auf negative Outcomes hinsichtlich Diabetes gefunden. Bei manchen Endpunkten sogar bereits ab 2,4 g pro Tag.

Quelle: Brown TJ et al. BMJ 2019; 366: l4697; DOI: 10.1136/bmj.l4697