Papa im Babyblues: Väter erkranken ähnlich häufig wie Mütter

Autor: Maria Fett

Auch für die Väter bedeutet der Nachwuchs möglicherweise eine belastende Umstellung. © fotolia/Antonioguillem

Eine postnatale Depression ist keineswegs reine Frauensache. Auch Männer können nach der Geburt in ein Stimmungs­tief fallen.

Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass etwa 10 % der frischgebackenen Väter an einer postnatalen Depression erkranken. Knapp 18 % entwickeln irgendeine Form von Angststörung. Damit seien sie ähnlich häufig betroffen wie Mütter, berichtet der Psychologe Dr. Dan Singley­ vom Center for Men‘s Excellence in San Diego auf dem 126. Annual Convention Meeting der American Psychological Association.

Ging man bisher davon aus, dass hormonelle Veränderungen im Zuge von Schwangerschaft und Geburt für die Depression verantwortlich seien, trifft das angesichts der Fallzahlen nicht des Pudels Kern. Erklärungsansätze für diese Inzidenz gibt es viele.

Auch bei Männern verändert sich rund um die Geburt einiges. Z.B. weisen sie je nach kulturellem Bindungsverhalten höhere Level von Prolactin und kurzzeitig niedrigere Testosteronspiegel auf. Hinzu kommt Schlafmangel, denn wenn der Nachwuchs nachts schreit, belastet das sicher auch die Väter. Zudem scheinen einige Männer mit Rollenklischees zu hadern.

Beide Elternteile auf Depression screenen

Weil sich Hilfsangebote bis dato vor allem an die Mütter richten, fordern Psychologen ein Umdenken – und appellieren an Ärzte, auch bei neuen Vätern auf depressive Symptome zu achten. Zudem könnte ein stabiles sozia­les Netzwerk dabei helfen, Belas­tungen im Elternalltag abzupuffern.

Quelle: Pressemitteilung der American Psychological Association