Pneumoniegefahr durch E-Zigaretten?

Autor: Nicola Haller

Wird der Dampf der elektrischen Zigarette eingeatmet, erhöht sich das Risiko einer Pneumokokkenbesiedelung. © wikimedia/Jacek Halicki

Ob nikotinhaltig oder nikotinfrei, E-Zigaretten scheinen ähnlich gefährlich zu sein wie konventionelle Kippen – zumindest bezüglich des Pneumonierisikos.

Über mögliche Auswirkungen des „elektronischen Dampfes“ auf den Körper weiß man bislang nur wenig. Ein Forscherteam aus Großbritannien und Südafrika untersuchte deshalb indirekt die Infektanfälligkeit der Konsumenten. Bekannt ist, dass das Atemwegsepithel unter oxidativem Stress vermehrt PAFR (platelet-activating factor receptor) bildet. Pneumokokken beispielsweise docken bevorzugt an das Molekül an.

Genau hier kommen E-Zigaretten mit ihren freien Radikalen ins Spiel. In-vitro-Versuche der Forscher ergaben, dass humane Nasenschleimhautzellen nach Exposition mit nikotinhaltigem oder -freiem Dampf dreimal mehr PAFR exprimieren als ohne vorheriges Einqualmen. Die Zahl an anhaftenden Pneumokokken verdoppelte sich. Nachfolgende Tests mit Mäusen führten zu vergleichbaren Ergebnissen. Und nasale Abstriche von sechs Nichtrauchern und elf E-Zigaretten-Konsumenten zeigten: Binnen einer Stunde nach dem Dampfen steigt das PAFR-Level auf das Dreifache. Die Expression vor dem Rauchen war unter allen Probanden gleich.

Besiedelung löst nicht zwangsläufig Krankheit aus

Nutzer der elektronischen Rauchvariante scheinen also anfälliger für eine bakterielle Besiedelung zu sein, heißt es in einer begleitenden Pressemitteilung der European Lung Foundation. Natürlich lösen die Pneumokokken nicht zwangsläufig eine Erkrankung aus, doch für die Raucher könnte sich das Risiko erhöhen.

Quelle: Miyashita L et al. Eur Resp J 2018; 51: 1701592