Reizdarm: Effektive Psychotherapie geht auch zu Hause

Autor: Maria Fett

Homeoffice mal anders. Die heimische Therapie des Reizdarmsyndroms ist ebenso effektiv wie eine Standard-KVT. © fotolia/Syda Productions

Eine Schulung bringt Patienten mit Reizdarmsyndrom weniger als die Verhaltenstherapie. Betroffene müssen aber nicht zwingend einmal die Woche zum Therapeuten. Die bequemere „Homeoffice-Variante“ genügt.

Als gleichermaßen sichere wie effektive Behandlung eines Reizdarmsyndroms hat sich die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bereits beweisen können. Ob sich die Symptome auch mit einer KVT-Light oder einer Patientenschulung bezwingen lassen, wollte ein Forscherteam aus den USA wissen. Die Kollegen wiesen 436 Reizdarmpatienten im mittleren Alter von 41,4 Jahren einer von drei Interventionen zu:

  • Standard-KVT mit zehn wöchentlichen Sitzungen à 60 Minuten
  • insgesamt vier KVT-Sitzungen in zehn Wochen mit entsprechender Edukation zur eigenen Behandlung vom heimischen Sofa aus
  • vier einstündige vereinfachte Patientenschulungen

Die Symptomlast schätzten Teilnehmer und behandelnde Gastroenterologen anhand einer Skala jeweils 2, 12 und 24 Wochen nach Abschluss der Maßnahme ein.

Über 60 % spüren nach zwei Wochen eine Besserung

Im heimischen Programm berichteten mehr Patienten von moderaten bis substanziellen Verbesserungen nach zwei Wochen als in der Edukation (61 % vs. 43,5 %). Ärzte bewerteten das Ansprechen nach sechs Monaten im Vergleich ebenfalls signifikant höher (58,4 % vs. 44,8 %). Unterschiede zwischen beiden Verhaltenstherapien gab es keine, was die Autoren zu dem Schluss kommen lässt, dass sich Reizdarmsymptome ebenso effektiv mit der verkürzten Homeoffice-KVT reduzieren lassen.

Quelle: Lackner JM et al. Gastroenterology 2018; 155: 47-57