Runter mit dem Gewicht bei HBV-Infektion

Autor: Michael Brendler

Besonders Frauen haben mit wachsendem BMI ein größeres Krebsrisiko. © fotolia/hin255

Ein hoher BMI geht mit einem höheren Risiko für das hepatozelluläre Karzinom einher. Das gilt auch für Patienten mit chronischer Hepatitis-B-Infektion – und ganz besonders für Frauen.

Ein koreanisches Forscherteam wertete die Krankengeschichten von 370 322 Landsleuten mit chronischer HBV-Infektion aus. Die Wissenschaftler teilten die Patienten in fünf Gruppen auf – von „untergewichtig“ bis „adipös“ – und verfolgten über acht Jahre ihr Schicksal.

14 609 der so Beobachteten entwickelten im Studienzeitraum ein primäres Leberzellkarzinom. Je höher der BMI des Patienten, desto größer war auch die Wahrscheinlichkeit, am Krebs zu erkranken. Adipöse HBV-infizierte Männer (BMI ≥ 30) zeigten den Tumor demnach um 22 % häufiger als normalgewichtige (BMI 18,5–22,9).

Bei einem BMI > 30 ist das Risiko 46 % höher

Frauen scheinen stärker gefährdet zu sein: Bei virustragenden Koreanerinnen mit einem BMI von 30 und mehr lag das Risiko im Vergleich zu den normalgewichtigen Geschlechtsgenossinnen um 46 % höher. Der Grund für die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern sei wahrscheinlich der bei ähnlichem BMI unterschiedliche Anteil an Körperfett bei Mann und Frau, schreiben die Studienautoren.

Auch für HBV-Infizierte gelte demnach der Zusammenhang von BMI und einem höheren Risiko für das hepatozelluläre Karzinom, resümieren die Krebsforscher. Damit liege es nahe, den übergewichtigen Patienten mit chronischer HBV-Infektion besondere Aufmerksamkeit zu schenken, gerade auch den Frauen unter ihnen.

Quelle: Kim K et al. JAMA Oncol 2018; 4: 737-739