Schlechte Prognose nach TIA und Minor-Stroke

Autor: Dr. Judith Lorenz

Herz und Kreislauf sind noch lange gefährdet. © Fotolia/tashatuvango

Wenig weiß man bislang über das langfristige Outcome nach einer transitorischen ischämischen Attacke oder einem leichten Schlaganfall. Jetzt liegen Ergebnisse für einen Zeitraum von fünf Jahren vor.

Um das kurz- und langfristige Risiko kardiovaskulärer Ereignisse nach einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) oder einem leichten Schlaganfall zu ermitteln, analysierten Wissenschaftler die Registerdaten von mehr als 3800 Patienten aus 21 Ländern. Alle hatten sieben Tage vor Aufnahme in die Klinikregis­ter ein neurologisches Ereignis erlitten.

Kollegen um den Neurologen Professor Dr. Pierre Amarenco­, Bichat University Hospital, Denis Diderot University and Medical School in Paris, analysierten, bei wie vielen Patienten im fünfjährigen Follow-up ein zerebraler Insult oder ein akutes Koronarsyndrom auftrat bzw. wie viele infolge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung starben.

Die kumulative Inzidenzrate für das kombinierte kardiovaskuläre Outcome nach fünf Jahren betrug 12,9 %. Knapp die Hälfte der Ereignisse registrierten die Forscher ein Jahr nach der TIA bzw. dem Minor-Stroke.

Rezidivinsult bei fast jedem zehnten Patienten

Die geschätzte kumulative Schlaganfallrate betrug 9,5 % bzw. 8,3 % (TIA). Bei etwa 43 % der Betroffenen ereignete sich der Rezidiv­insult 2–5 Jahre nach Erstmanifestation. 10,6 % der Patienten verstarben, wovon 2,7 % auf das Konto kardiovaskulärer Komplikationen gingen.

Quelle: Amarenco P et al. N Engl J Med 2018; 378: 2182-2190