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Neuropathischer Schmerz Sensorischer Verlust wiegt am schwersten

Autor: Maria Weiß

Diese schmerzenden Nerven nerven. Diese schmerzenden Nerven nerven. © peterschreiber.media – stock.adobe.com
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Die Negativsymptomatik bei neuropathischen Schmerzen ist schwer in den Griff zu bekommen und hat großen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen.

Patienten mit neuropathischen Schmerzen lassen sich offensichtlich nicht alle über einem Kamm scheren, wie eine große europaweite Studie zeigt. Vielmehr muss man drei große Symptom-Cluster unterscheiden, aus denen sich die Beschwerden individuell zusammensetzen. Dazu gehören der sensorische Verlust sowie die thermische und die mechanische Hyperalgesie.

Grundsätzlich können bei den verschiedenen Ätiologien von neuropathischen Schmerzen alle drei Cluster vorkommen, berichtete Dilara Kersebaum von der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Kiel). Allerdings sind Polyneuropathien am stärksten mit sensorischem Verlust verbunden. Patienten mit postherpetischer Neuralgie hingegen leiden am häufigsten an mechanischer Hyperalgesie. Auf thermale Hyperalgesie trifft man insbesondere bei peripheren Nervenläsionen und Radikulopathie.

Besonders im Auge behalten sollte man Patienten mit sensorischem Verlust, denn sie haben den höchsten Pain-Interference-Score und sind am stärksten in ihrem Alltag eingeschränkt. Auch hinsichtlich Mobilität, Selbstfürsorge, allgemeinen Gesundheitszustands und Lebensqualität schneiden diese Patienten schlechter ab. Als mögliche Ursache kommen die unbefriedigenden therapeutischen Möglichkeiten bei Negativsymptomen in Betracht, mutmaßte die Neurologin. Dies könnte bei den Betroffenen dazu führen, dass sie sich hilflos fühlen und ihre Umwelt verstärkt katastrophieren.

Quelle: Deutscher Schmerzkongress 2021

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