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Sport beeinflusst Proliferation und Apoptose

Autor: Dr. Moyo Grebbin

Patienten im Prüfarm absolvierten ein zwölfwöchiges Elektrostimulationstraining. (Agenturfoto) Patienten im Prüfarm absolvierten ein zwölfwöchiges Elektrostimulationstraining. (Agenturfoto) © iStock/javi_indy
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Viele Beobachtungen weisen darauf hin, dass Bewegung Krebserkrankungen vorbeugen oder sogar entgegenwirken kann. Ein Forscherteam untersuchte, wie sich Elektrostimulationstraining auf Tumorzellen auswirkt und fand Zellzyklusgene, die auf den Sport reagierten.

Körperliche Aktivität beugt bekanntlich Krebs vor und senkt nach einer Tumortherapie die Mortalität sowie das Rezidivrisiko. Die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen sind jedoch nicht vollständig verstanden. Deutsche Forscher fanden nun Belege dafür, dass es in Krebszellen sportsensitive Gene gibt, welche Proliferation und Apoptose regulieren. Dazu nutzten Wissenschaftler um Dr. rer.nat. Raphaela Schwappacher von der Universität Erlangen das Blutserum von Menschen mit fortgeschrittenem Prostata- oder Darmkarzinom.

Elektrostimulation ohne Effekt auf gesunde Zellen

Patienten im Prüfarm absolvierten ein zwölfwöchiges Elektrostimulationstraining für den ganzen Körper (Prostata- n = 8; Darmkrebs n = 6), die der Kontrolle hingegen nicht (n = 10 bzw. n = 6). Zu Beginn und am Ende der Studie wurde Blut abgenommen.

Gaben die Forscher das anfangs gewonnene Serum der Interventionsgruppe zu Prostata- und Darmkrebszellen, passierte nichts relevantes. Doch das nach dem Training abgenommene Serum hemmte die Proliferation und erhöhte die Apoptose der Krebszellen signifikant im Vergleich zu den Tests mit dem Blut der Kontrollpersonen. Per in-vitro-Modell wurden die Ergebnisse bestätigt.

Nachdem die Forscher mittels Zytokin-Array potenzielle Auslöser für die Effekte identifiziert hatten, untersuchten sie die Genexpression von Prostatakrebszellen. Eine Reihe bekannter zellwachstums- und zelltodregulierender Gene kam zutage, darunter die mit Ersterem assoziierten Zyklin E1 und GHR, die herunter reguliert wurden, sowie Caspasen, die anstiegen und mit Letzterem assoziiert sind. Die Ergebnisse sprechen für eine anti-onkogene Wirkung unabhängig von Hormonen und für Sport während einer Krebserkrankung, schlussfolgern die Autoren. 

Quelle: Schwappacher R et al. J Physiol 2020; 18: 3871-3889; DOI: 10.1113/JP279150

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