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COPD Telemedizin wird COVID-19 überdauern

Autor: Manuela Arand

Die IPCRG stellt im Falle der Telemedizin auf ihrer Homepage „Desktop Helper“ zur Verfügung. Die IPCRG stellt im Falle der Telemedizin auf ihrer Homepage „Desktop Helper“ zur Verfügung.
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Hausärzte und Pneumologen haben während der Pandemie viel gelernt, um COPD-Patienten und Praxispersonal vor Ansteckung zu schützen. Einige Maßnahmen bzw. Neuerungen werden auch in der Post-COVID-Ära Bestand haben.

Die Global Initiative for Chronic-Obstructive Lung Disease (GOLD) hat für das Management der stabilen COPD während der Pandemie Empfehlungen herausgegeben. Manche sind Selbstverständlichkeiten, etwa der Rat, die Infektionsschutzmaßnahmen einzuhalten, Maske zu tragen, Patienten gegen Grippe zu impfen oder sie zu körperlicher Aktivität zu ermuntern.

Telemedizin nicht für alle COPD-Patienten geeignet

Andere zielen explizit auf die Pandemiesituation: Man solle zum Beispiel dafür sorgen, dass die Patienten genügend Medikamente zur Verfügung haben und dass sie ihre Therapie unverändert fortführen. Spirometrien seien auf das absolut Notwendige zu beschränken. GOLD thematisiert die Möglichkeiten der Telemedizin, erkennt aber auch an, dass es viele Situationen gibt, in denen akut symptomatische Patienten nicht aus der Ferne untersucht und behandelt werden können.

Für den Fall, dass die Telemedizin zum Zug kommt, stellt die International Primary Care Respiratory Group (IPCRG) auf ihrer Homepage das zweiseitige englischsprachige PDF-Dokument „Desktop Helper“ zur Verfügung. Es hilft, die Struktur für Telekonsultationen bei Patienten mit Atemwegserkrankungen zu gestalten und zu erkennen, wann die Fernbetreuung an ihre Grenzen stößt. Geboten werden Checklisten für Ärzte, Praxispersonal und Patienten, wie man sich am besten auf eine Telefon- oder Videoschalte vorbereitet.

Das weist in die Zukunft, denn die Telemedizin wird nicht mit der Corona-Pandemie enden, erklärte Dr. Noel Baxter, Hausarzt aus Glasgow und Vorstand der IPCRG. So werden Patienten auch künftig Fragebogen wie den CAT online ausfüllen, Vitalfunktionen, etwa Blutdruck, Puls und Körpertemperatur, zu Hause messen, eine Pulsoxymetrie und abgespeckte Lungenfunktionsprüfung durchführen und die Ergebnisse elektronisch an die Praxis übermitteln. Der Arzt kann sich die Inhalationstechnik per Smartphone-Video zeigen lassen, ohne dass der Patient die Praxis aufsuchen muss. Das Gleiche gilt für einfache Untersuchungen wie den Sit-to-stand-Test.

Lungenfunktion messen – aber sicher!

  • Testindikation während der Pandemie überprüfen – lässt sich die Untersuchung verschieben?
  • Patienten auf COVID-19 screenen.
  • Spirometrie bei Patienten mit respiratorischen Symptomen so lange aufschieben, bis sie symptomfrei sind.
  • Patienten instruieren, Einmaltücher zu verwenden, diese adäquat zu entsorgen und die Hände zu waschen, falls sie nach dem Test husten müssen.
  • Standardmaßnahmen zum Infektionsschutz beachten: u.a. Gerätereinigung und -instandhaltung, Virusfilter, Einmalequipment.
  • Peak-Flow-Messungen können bei entsprechenden Wetter- und Umfeldbedingungen im Freien erfolgen.

Wie sich die Diagnose COPD während der Pandemie sichern lässt, hat die ICPRG mit gesundem Menschenverstand und Hilfe von Experten sowie praktisch tätigen Ärzten ausgearbeitet. Heraus kamen alltagstaugliche Empfehlungen, die auch nach COVID-19 Bestand haben dürften (s. Kasten). Übrigens: Es gibt bisher keine Belege, dass aerosolgenerierende Lungenfunktionstests bei niedergelassenen Ärzten zur Übertragung von SARS-CoV-2 geführt haben. Trotzdem lässt sich eine Virustransmission nicht ausschließen, weshalb Vorsichtsmaßnahmen angezeigt sind.

 Quelle: ERS* International Congress 2021 – virtual

*European Respiratory Society

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