Thrombose: frühe Kompression schützt vor Komplikationen

Autor: Michael Brendler

Die direkte Thromboseprophylaxe bringt einige Vorteile mit sich. © wikimedia/Enter (CC BY-SA 4.0)

Nach einer tiefen Beinvenenthrombose sollte die Kompression unverzüglich starten. Einer Studie zufolge beugt dieses Vorgehen unter anderem dem postthrombotischen Syndrom vor.

Ist das akute Ödem infolge einer tiefen Beinvenenthrombose abgeklungen, werden in der Regel Kompressionsstrümpfe angepasst und angezogen. Was aber ist in der akuten Phase zu tun, also in den Stunden unmittelbar nach der Phlebothrombose? Ist nicht dann schon Druck aufs Gewebe sinnvoll und notwendig?

Zusammen mit Kollegen hat Dr. Elham Amin vom Institut für kardiovaskuläre Forschung der Universität Maastricht an ungefähr 600 Patienten mit tiefer Beinvenenthrombose untersucht, ob die sofortige Kompression die Prognose verbessert. Dazu versorgten sie die eine Hälfte der Studienteilnehmer zusätzlich zur medikamentösen Therapie schon in den ersten 24 Stunden nach dem Ereignis mit Kompressionsverbänden oder -strümpfen, den anderen passten sie die medizinische Wäsche erst später an.

Das Ergebnis der Untersuchung lässt wenig Raum für Interpretationen: Das Risiko, dass ein Thrombus in den Venen verbleibt, sank durch die direkte Behandlung um 20 %. Das Risiko für ein postthrombotisches Syndrom innerhalb der folgenden 24 Monate ging um 8 % zurück.

Für die Autoren steht damit fest, dass bei tiefer Beinvenenthrombose jedem Patienten eine sofortige Kompressionstherapie angeboten werden sollte – unabhängig von der Stärke der Beschwerden.

Quelle: Amin EE et al. Blood 2018; online first