Weniger Allergien bei reduzierter Körperhygiene

Autor: Dr. Judith Lorenz

Wer nicht so häufig duscht, ist klar im Vorteil. © fotolia/koldunova_anna

Jugendliche, die das Duschen oder Baden gerne mal ausfallen lassen, entwickeln seltener Allergien als Fans der Körperhygiene.

Häufiges Baden bzw. Duschen sowie die übermäßige Verwendung von Cremes und Lotionen schädigen die Hautbarriere, erhöhen ihre Permeabilität und können letztlich Allergien auslösen oder verstärken. Diese Hypothese überprüften Kollegen anhand der Daten von 2755 Teilnehmern zweier deutscher Geburtskohorten.

Sie fanden heraus, dass 15-Jährige, die an keiner Allergie litten, von einem defensiven Hygieneverhalten profitierten. Im Vergleich zu Altersgenossen, die täglich badeten oder duschten, schienen jene mit höchstens einmal wöchentlicher Körperpflege (immerhin 3 %) vor einer Sensibilisierung gegenüber Aeroallergenen geschützt. Wurden von der Analyse Jugendliche mit positiver Allergieanamnese ausgeschlossen, verlor sich die statistische Signifikanz.

Bezüglich der Sensibilisierung gegenüber Nahrungsmittelbestandteilen erwies sich seltenes Baden und Duschen als nicht protektiv. Ein Zusammenhang zwischen der Verwendung von Gesichts- und Körperpflegemitteln und dem Allergierisiko bestätigte sich ebenfalls nicht.

Quelle: Bowatte G et al. Allergy 2018; online first