Zahl der Lebertransplantationen sinkt

Autor: Friederike Klein

Die Transplantationsrate geht seit einigen Jahren dank interferonfreier Therapie zurück. © fotolia/sakramir

Die direkte antivirale Therapie der Hepatitis C hat die Lebertransplantationsraten in Europa um die Hälfte gesenkt. Auch in Deutschland gehen die Zahlen zurück.

Laut der aktuellen Leitlinie zur Hepatitis-C-Infektion sollten Betroffene mit kompensierter Leberzirrhose, die auf eine Transplantation warten, eine interferonfreie Therapie erhalten. Professor Dr. Tim Zimmermann, Leberambulanz, Universitätsklinikum Mainz, stellte Zahlen zur OP vor: Zwischen 2010 und 2016 sank der Anteil der Patienten, die letztlich mit einer HCV-assoziierten Zirrhose transplantiert wurden, von 20 % auf 12 %. Seit 2014 – also seit interferonfreie Optionen hierzulande zur Verfügung stehen – nahm die Rate stetig ab.

Auch nach einer Lebertransplantation und unter Immunsuppression kann die HCV-Therapie noch mit Sustained-Virologic-Response-Raten von über 90 % durchgeführt werden, wie Professor Dr. Heiner Wedemeyer vom Universitätsklinikum Essen erklärte. Damit scheint sogar eine Transplantation von Organen HCV-positiver Spender auf Nichtinfizierte möglich.

Quelle: Viszeralmedizin 2018