Zum Diabetiker gequält: Mobbing am Arbeitsplatz erhöht Erkrankungsrisiko

Autor: Dr. Alexandra Bischoff

Etwa jeder Fünfte berichtet einer Studie zufolge über Mobbing oder Gewalt am Arbeitsplatz. © Fotlia/Antonioguillem

Etwa jeder Fünfte berichtet einer Studie zufolge über Mobbing oder Gewalt am Arbeitsplatz. Betroffene haben offenbar ein deutlich höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Wie wichtig es für die eigene Gesundheit ist, dass man sich im Arbeitsumfeld wohl fühlt, zeigt eine Studie aus Dänemark. Die Forscher um Tianwei­ Xu­ von der Kopenhagener Universität wollten wissen, ob sich Mobbing oder Gewalt am Arbeitsplatz auf den Stoffwechsel auswirkt.

Dazu werteten sie die Daten von insgesamt 45 905 berufstätigen Männern und Frauen im Alter zwischen 40 und 65 Jahren aus, die an vier Studien teilgenommen hatten. Zu Beginn der Beobachtungszeit waren sie frei von Diabetes. 9 % der Probanden berichteten über Mobbing, 12 % über Gewalt oder deren Androhung am Arbeitsplatz, bis zu 4 % über beides.

Dieser soziale Stress blieb für die betroffenen Frauen und Männer gleichermaßen nicht ohne Folgen wie sich nach dem durchschnittlichen Follow-up von 11,7 Jahren herausstellte. Die Mobbing­opfer wiesen im Vergleich zu den übrigen Berufstätigen ein insgesamt knapp 1,5-fach höheres Risiko auf, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Körperliche Gewalt oder Gewaltandrohungen am Arbeitsplatz ließ das Risiko um beinahe das 1,3-Fache ansteigen.

Essverhalten durch sozialen Stress verändert

Gründe für die erhöhte Inzidenz könnten einerseits metabolische Veränderungen infolge der gesteigerten Stresshormon­ausschüttung, andererseits ein durch sozialen Stress verändertes Essverhalten und damit Fettleibigkeit sein, so die Autoren.

Quelle: Xu T et al. Diabetologia 2018; 61: 75-83