Analfistel

Definition

Analfisteln sind chronisch entzündlich veränderte Gänge im Bereich der Analregion. Abszesse oder Fissuren im Bereich der Analkrypten sind häufig die akuten Auslöser. Wird dieser Entzündungsherd nicht vollständig ausgeräumt, bilden sich tiefe Fisteln, die Anschluss an die Proktodealdrüsen erlangen. Sie weisen eine innere Öffnung im Enddarm oder Analkanal und häufig eine äußere Öffnung im Bereich des Anus auf.

Weitere, seltenere Ursachen können entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Divertikulitis, Kryptitis oder Krebserkrankungen sein.

 

ICD10-Code: K60.3

Perianale Fisteln sind eine besonders quälende Folge des Morbus Crohn. Zum einen sind sie extrem unangenehm, weil sie Stuhl, Eiter oder Blut...

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Symptomatik

Die Analfistel selbst verursacht in der Regel keine Schmerzen. Sie fällt am ehesten durch chronisches Nässen, Eiterabsonderungen und punktuelle Blutungen im Analbereich auf

Untersuchung

Die primäre Untersuchung besteht aus optischer Inspektion und Palpation der betroffenen Region. Oft ist der Fiestelausgang in das Hautniveau eingesenkt und nur durch Spreizen der Analhaut auffindbar. Eine Rektoskopie schließt sich an. Die Verabreichung eines Konstrastmittels erleichtert das Aufspüren der manchmal verzweigten Analfistelgänge. Hierfür kommen dann auch auch die Endosonografie und das MRT des Beckenbodens zum Einsatz.

Bildgebung
Pilonidalfistel nach operativer asymmetrischer Resektion© wikipedia.org/Thomas H, CC BY-SA 3.0
Differenzialdiagnostik
  • Perianalthrombose
  • Hämorrhoidalprolaps
Invasive und Interventionelle Therapie

Die Methode der Wahl ist die konventionelle Fistulotomie, also die operative Spaltung der Fistel. Alternativ kann eine Fistulektomie (oft mit einem Laser), das vollständige Ausschneiden der Fistel, erfolgen. Da die Fisteln jedoch durch größere Anteile des Kontinenzapparates verlaufen können, ist eine radikale Entfernung oft problematisch. In diesen Fällen wird auf einen plastischen Fistelverschluss, mittels Fistel-Plug, Fistel-Clip oder thermische Fistelverschluss-Techniken, zurückgegriffen. Ist das Risiko z.B. einer Inkontinenz zu hoch, kann über eine Fadendrainage zumindest das Ableiten des Eiters gesichert werden.

Leitlinien

Leitlinie "Kryptoglanduläre Analfisteln" (gültig bis 29.06.2021)

Patientenleitlinie "Kryptoglanduläre Analfisteln" (gültig bis 29.06.2021)

Leitlinie "Rektovaginale Fistel" (gültig bis 30.08.2022)

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