2012: IT-Investitionen in bessere Praxisabläufe

Gesundheitspolitik Autor: Michael Reischmann

Irisblende

Online-Abrechnung mit der KV, Terminals für die elektronische Gesundheitskarte und softwareunterstützte Selektivverträge tragen dazu bei, dass die Hausärzte und Internisten ihre Praxis-IT up to date halten. 38 % sagen, dass sie im nächsten Jahr mit neuer Software ihre Praxisorganisa­tion optimieren wollen.

Über 20 000 Ärzte nutzen nach Angaben der KBV das KV-SafeNet, 10 000 das KV-Flexnet. Die KVen stellen nach Aussage von KBV-Vize Dr. Carl-Heinz Müller ihren Mitgliedern bereits mehr als 100 Anwendungen zur Verfügung. Auch Krankenhäuser nutzen das sichere Netz der KVen. Ab Januar 2012 ist die Abrechnung mit der gesetzlichen Unfallversicherung nur noch über das KV-SafeNet möglich.

Der Rollout der eGK-Terminals in den Praxen ist weitgehend abgeschlossen. Etwas 85 % der Niedergelassenen haben Anträge auf Refinanzierung aus GKV-Mitteln gestellt.

Online-Praxisanbindung nutzt den Kassen


Umfrage zur PraxissoftwareDie Krankenkassen drängen auf die Online-Anbindung der Lesegeräte, damit die vorgelegte eGK bei der erstmaligen Inanspruchnahme von Leistungen im Quartal auf Gültigkeit und Aktualität geprüft werden kann und die Versichertendaten ggf. automatisch angepasst werden.


Die Regierung wiederum droht den Kassen mit finanziellen Sanktio­nen, wenn sie es nicht schaffen, bis Ende 2012 70 % ihrer Versicherten mit der eGK auszustatten. KBV-Vorstand Dr. Müller kritisiert, dass der bloße Online-Abgleich der Versichertenstammdaten zu wenig ist. Er pocht auf einen Mehrwert der eGK-Infrastruktur für die Ärzte und Psychotherapeuten, nämlich den elektronischen Arztbrief, die eFallakte und die Nutzung von Notfalldaten. Dafür bedarf es der qualifizierten elektronischen Signatur, betont der Allgemeinarzt. Sie sei der Garant der Datensicherheit.


Die gematik hat ein gemeinsames stufenweises Vorgehen beim Online-Rollout beschlossen, das das Versichertenstammdatenmanagement in Verbindung mit der qualifizierten elektronischen Signatur des Arztes vorsieht. Bis es nach einer Testphase mit der eSignatur so weit ist, dass sie im Alltag Anwendung findet, wird es 2014, schätzt Dr. Müller.

Auf elektronischem Weg in Kontakt mit Kollegen

Die Möglichkeit, sich mit Kollegen auf elektronischem Weg austauschen zu können, bewerten beim  aktuellen GesundheitsMONITOR 58 % von 440 befragten Hausärzten, Internisten, Pädiatern und Gynäkologen als (sehr) wichtig. Das heißt aber auch: 41 % finden diese Möglichkeit explizit unwichtig!

Bei der Dezember-Umfrage im Auftrag der CompuGroup Medical AG, von Rheinzeitung und Medical Tribune geben 38 % der Kollegen an, im nächsten Jahr in Software investieren zu wollen, um ihre Praxisorganisation zu verbessern. 10 % denken dabei an den Aufbau von Online-Angeboten. Die meisten Kollegen setzen zur Verbesserung der Abläufe auf die Fortbildung ihrer Mitarbeiter (45 %). 28 % der Ärzte sagen offen, dass sie für 2012 keine Maßnahmen planen.

Zwei weitere Ziele (neben der Verbesserung der Praxisorganisation), die viele Kollegen für nächstes Jahr anstreben, sind: „mehr Zeit im Patientengespräch“ (27,5 %) und „mehr Freizeit“ (25,9 %).

Der CGM GesundheitsMONITOR ist eine gemeinsame Initiative der CompuGroup Medical, der Medical Tribune sowie der Rhein-Zeitung.

Monatlich werden repräsentative Umfragen unter 440 Allgemeinmedizinern, Internisten und Gynäkologen zu aktuellen Fragestellungen im Gesundheitssystem durchgeführt. Grafiken zum Download und kostenlosem Abdruck, Veröffentlichung sowie Informationen zur repräsentativen Umfrage finden Sie unter www.cgm-gesundheitsmonitor.de