Ärztemonitor 2014: Klage über zu wenig Zeit für Patienten

Gesundheitspolitik Autor: Anke Thomas

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Den Ärzten macht ihre Arbeit Spaß, so lautet eine gute Botschaft aus dem Ärztemonitor 2014. Allerdings klagen vor allen Dingen Hausärzte über zu wenig Zeit für Patienten

Die meisten der befragten Ärzte im Rahmen des Ärztemonitors 2014 würden ihren Beruf wieder ergreifen. Um sich Entlastung und Freiräume zu schaffen, planen knapp 40 %, die Delegation von Aufgaben an qualifizierte Praxismitarbeiter auszuweiten.

Die Umfrage wurde im Auftrag der KBV und dem NAV-Virchow-Bund im Zeitraum zwischen dem 10.2. und 23.5.2014 durchgeführt. Von den rund 10 500 interviewten Ärzten waren anteilsmäßig jeweils ca. 38,5% Hausärzte, 38,5% Fachärzte und 23% Psychotherapeuten vertreten.

Fast hundert Prozent der befragten Ärzte empfindet die eigene Arbeit als nützlich und sinnvoll. Dennoch leiden viele unter den schwierigen Rahmenbedingungen. So meinen etwa 44 % der Befragten, dass ein familienfreundliches Arbeiten in einer Praxis kaum möglich ist.

Die Arbeitszeiten zu reduzieren - davon träumen zwei Drittel der Ärzte

55 % der Hausärzte (bei den Fachärzten sind es "nur" 45 %) meinen, dass die Praxis als Altersvorsorge ausgedient hat. Fast 75 % der Haus- und Fachärzte konstatieren eine fehlende finanzielle Planungssicherheit.

Fast zwei Drittel der Befragten beklagen, dass die Möglichkeit des fachlichen Austauschs über die eigene Praxis hinweg kaum besteht. Dabei arbeitet fast jeder dritte Arzt bereits in einem Ärztenetz. jeder zweite Befragte hat schon darüber nachgedacht, sich an einem Netz zu beteiligen oder hat sich dazu beraten lassen.

Über 80 % wünschen sich, mehr Verwaltungsarbeiten delegieren zu können und 67 % würde gerne die Arbeitszeiten reduzieren. Jeder vierte Haus- und Facharzt plant, in den kommenden fünf Jahren die Praxis abzugeben. Viele finden aber keinen Nachfolger oder haben große Schwierigkeiten bei ihrer Suche.

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen stellte dazu fest: "Das ist ein Skandal. Es darf nicht sein, dass eine freie Berufsgruppe, die erst in eine sehr lange Ausbildung, dann in Aufbau und Unterhalt einer Praxis investiert, die Arbeitsplätze sichert und die eine extrem wichtige Rolle in der Gesellschaft spielt, am Ende ihres Arbeitslebens nicht abgesichert ist."