Ärztin verlangte 50 Euro für schnellere Termine

Gesundheitspolitik Autor: Anke Thomas

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Eine Patientin hat eine Augenärztin aus Cottbus angezeigt, weil die Ärztin ihr für 50 Euro einen schnelleren Termin in Aussicht gestellt hatte.

Weil eine Augenärztin aus Cottbus Kassenpatienten vor die Wahl stellte, entweder 1–1,5 Jahre auf einen Termin zu warten oder 50 Euro für einen schnelleren Termin in einer "Komfortsprechstunde" zu bezahlen, ist sie ins Visier von Staatsanwaltschaft, KV und Ärztekammer geraten. Der Fall hat eine Lawine an Beiträgen in den Medien ausgelöst.

Ende Februar geriet die Augenärztin ins Visier der Medien, weil eine Kassenpatientin sie bei Kammer und KV anzeigte. Die Patientin behauptete, dass die Ärztin ihr gegen Bezahlung von 50 Euro einen schnelleren Termin als GKV-Patientin in Aussicht gestellt habe.

Gegenüber der KV Brandenburg bestritt die Kollegin, dass sie Termine gegen Entgelt angeboten habe. Da sie überdurchschnittlich viele Kassenpatienten behandeln würde, müssten diese unter Umständen mehrere Monate auf einen Termin warten.

Wem die Wartezeit zu lang sei, dem würde sie durchaus einen schnelleren Termin in der Privatsprechstunde anbieten.

Nach Prüfung der Anzeige und der Stellungnahme der Ärztin hat die KV Brandenburg ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Zudem haben sich acht Patienten bei der KV gemeldet, die Ähnliches bei der besagten Ärztin erlebt hätten, so 
Ralf Herre, Presse­sprecher KV Brandenburg.

Außerdem sollen Reporter der Bild-Zeitung bei der Kollegin als vermeintliche Patienten angerufen haben, die ebenfalls von ihr aufgefordert worden seien, 50 Euro zu bezahlen.

Nun haben sich fünf weitere Patienten bei der KV gemeldet, die sich über jeweils fünf andere Augenärzte beschwerten, da sie hier Ähnliches erlebt hätten. Die KV überprüft diese Vorwürfe noch.

Neben dem bereits entstandenen Imageschaden droht der Ärztin eine Strafe in Form einer Geldbuße von maximal 10 000 Euro bis hin zum zweijährigen Ruhen der Zulassung.