An Vorwürfen zu Rentenkürzungen nichts dran

Gesundheitspolitik Autor: Petra Spielberg

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Nach Medienberichten, wonach die Altersversorgung der Ärzte aufgrund des anhaltend schlechten Zinsniveaus an den Kapitalmärk­ten in Gefahr ist, gehen die Ärztlichen Versorgungswerke in die Offensive und beteuern, dass keine Kürzungen der Anwartschaften zu befürchten seien.

Müssen sich die Ärzte auf dras­tische Kürzungen ihrer Altersvorsorge einstellen? Nein!, meint die Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungswerke (ABV). „In keinem berufsständischen Versorgungswerk steht eine Senkung der Renten bevor, kein Versorgungswerk hat gravierende Finanzierungsprobleme“, betont der Vorstandsvorsitzende der ABV, Hartmut Kilger.


Die ABV reagiert damit auf Medienberichte, die Versorgungswerke könnten aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus am Kapitalmarkt ihre Rentenzusagen nicht einhalten.

Auch langfristig keinerlei Kürzungen absehbar

An den Vorwürfen sei absolut gar nichts dran, sagt auch Dr. Lothar Wittek, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bayerischen Ärzteversorgung. Aktuelle Hochrechnungen hätten sogar bestätigt, dass selbst bei einem kontinuierlich niedrigen Marktzinsniveau über die nächsten Jahre der Rechnungszins des Bayerischen Versorgungswerks in Höhe von 3,5 Prozent noch lange erreicht werden kann.


Andere Versorgungswerke, wie die Einrichtungen der Ärztekammern Nordrhein und Hessen, bestätigen ebenfalls, dass eine Kürzung der Renten nicht zur Diskussion stünde. Noch abwegiger ist nach Ansicht von Kilger die Behauptung, die Versorgungswerke könnten von einer Pleite bedroht sein: „Zu einer Insolvenz eines berufsständischen Versorgungswerks könnte es aufgrund seiner öffentlich-rechtlichen Verfassung und der materiellen Versicherungsaufsicht durch den Staat nur kommen, wenn alle Beitragszahlungen und Kapitalerträge wegfallen und das Kapital dem Versorgungswerk entzogen würde.“

Niedriges Zinsniveau knabbert an Renditen

„Richtig ist, dass sich der Rückgang des allgemeinen Zinsniveaus auch auf die Kapitalanlagen des Versorgungswerkes auswirkt und die zu erzielenden Renditen sinken“, räumt die Hessische Ärzteversorgung ein. Auch sei der Anstieg der Lebenserwartung nicht spurlos an den Versorgungswerken vorbeigegangen. Die Einrichtungen hätten jedoch früh reagiert, z.B. mit einer Senkung der Rechnungszinsen, einem Umstieg auf neue berufsständische Sterbetafeln, einer Heraufsetzung der Altersgrenze sowie der Erhöhung der Deckungsrückstellungen.


Kilger sieht deshalb auch die jüngeren Beitragszahler keinesfalls als Verlierer. „Die Behauptung, in den Versorgungswerken finde eine klammheimliche Umverteilung zulasten jüngerer Mitglieder statt, ist völlig unhaltbar“, so der ABV-Vorsitzende. Der Rechnungszins der Versorgungswerke läge noch immer höher als der Garantiezins bei Neuverträgen in der privaten Versicherung.