Apobank will mehr als Kredite anbieten

Gesundheitspolitik Autor: Maya Hüss

Vage und konkrete Pläne für Consulting, Gesundheitsapps und „Miet-Praxen“. Rechts: Ulrich Sommer, Apobank-Chef. © APOBANK

Mehr Mitglieder, mehr Kredite und weiterhin 4 % Dividende – das letzte Geschäftsjahr der Düsseldorfer Apobank verlief „beständig“. Das Unternehmen möchte sich künftig aber noch breiter aufstellen.

Einen der größten Zuwächse mit fast 20 % verzeichnete die Apobank 2017 bei der Existenzgründungsfinanzierung innerhalb des Darlehensneugeschäfts. „Unsere führende Marktposition haben wir hier ausgebaut“, berichtete Vorstandschef Ulrich Sommer bei einem Pressegespräch zu den Geschäftszahlen 2017. Das Kreditneugeschäft erreichte mit 6,8 Mrd. Euro ein „Rekordniveau“.

Das Betriebsergebnis vor Steuern sank um fast 17 % von gut 160 Mio. auf 133 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss nach Steuern stieg um 1,5 % auf 61,9 Mio. Euro. Wie in den Vorjahren will die Düsseldorfer Genossenschaftsbank ihrer Vertreterversammlung erneut eine Dividendenausschüttung von 4 % an die rund 111.500 Mitglieder vorschlagen.

Bei der Kundenneugewinnung „haben wir die 20.000er Marke geknackt“, sagte Sommer. Die Zahl der Kunden wuchs um 5 % auf 436.260. Guthabenkonten sollen weiterhin gebührenfrei geführt werden.

Um speziell die Niederlassungsbereitschaft junger Mediziner zu fördern, kann sich die Standesbank vorstellen, künftig „Miet-Praxen“ anzubieten. Dabei könnten die Mediziner Praxisräume, Inventar, IT und sogar Praxismitarbeiter in „Modulen“ mieten. Das erlaube den frisch Niedergelassenen, sich besser auf ihre ärztliche Tätigkeit zu konzentrieren. Sommer betonte, dass es sich bei diesem Modell allerdings bislang lediglich um eine Idee handele.

Beratung für Heilberufler in unternehmerischen Fragen

Es wird deutlich, dass die Bank ihr Repertoire in Zukunft erweitern möchte: Heilberufler sollen deshalb bald auch qualifiziertes Beratungspersonal für betriebwirtschaftliche Fragen in Anspruch nehmen können. So könnten Prozesse in der Arztpraxis optimiert werden. Als Beispiel nennt die Standesbank das Einführen eines digitalen Terminmanagementsystems. „Dazu wollen wir geeignete Plattformen initiieren, auf denen diese Dienstleistungen erbracht werden können“, berichtete Sommer.

Digitalen Fortschritt soll es auch mit Apps geben. „Wir können uns gut vorstellen, in Zukunft selbst eine Palette an Gesundheitsapps anzubieten“, so der Vorstandschef.