Chronikerversorgung ist vorerst aus der Schusslinie

Gesundheitspolitik Autor: Anouschka Wasner

Die Versorgung chronisch Kranker wird in Niedersachsen wieder einfacher. © fotolia/Александр Ивасенко

Die Prüfverfahren der DAK in Niedersachsen zur Chroniker-Regelung werden ausgesetzt. Das Gespräch mit der AOK zum selben Thema steht noch aus.

In einem „sehr konstruktiven Gespräch“ zwischen dem Vorstand der DAK und der KV Niedersachsen sowie den Hausärzteverbänden in Niedersachsen konnte die vorläufige Einigung erzielt werden, die Prüfverfahren der DAK zur Chroniker-Regelung für die Quartale 1 bis 3/2013 auszusetzen. Das berichten die beiden Landesverbände und die KV. Es seien keine Rückforderungsbescheide mehr zu erwarten; der angesetzte Termin zur Anhörung bei der KV sei nicht mehr relevant.

Mitte Mai hatte die KV über 3000 Haus­ärzten mitgeteilt, dass auf Antrag der DAK Gesundheit und der AOK Niedersachsen sachlich-rechnerische Berichtigungen bei der Abrechnung der Chronikerziffer wegen der fehlenden erforderlichen Arzt-Patienten-Kontakte vorgenommen werden sollen (MT Nr. 23/2017).

Hausärzte wie Verbände reagierten verärgert. Die KV hatte zwar die konkreten Vorwürfe der Kassen geprüft und konnte auch einen nennenswerten Teil davon zurückweisen, sah sich jedoch in der Verpflichtung, „das Ergebnis der von den Kassen durchgeführten Prüfung durch Bescheide an die Vertragsärzte umzusetzen“.