DAK-Hausarztvertrag mit Modulen für Diabetiker

Gesundheitspolitik Autor: Michael Reischmann

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Bei der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) haben bislang weder die DAK-Gesundheit noch der Hausärzteverband in Rheinland-Pfalz Meilensteine gesetzt. Umso schöner, dass man sich nun ohne Schiedsverfahren auf einen Vertrag geeinigt hat, dem beide Seiten Pilotcharakter zusprechen.

Vergütungswirksam startet die HzV zum ersten Quartal 2015. 380 000 Versicherte hat die DAK-Gesundheit in Rheinland-Pfalz.

„Der Vertrag ist sehr attraktiv“, schreibt Dr. Burkhard Zwerenz, Landesvorsitzender des Hausärzteverbandes den Mitgliedern. Denn das übliche HzV-Spektrum wurde um kassenspezifische Schwerpunkte ergänzt. Dazu gehören z.B. ein einmaliger Gesundheits-Check für Menschen im Alter zwischen 18 und 35 (35 Euro Honorar) sowie ein erweiterter Check inklusive Prüfung von Medikation und Impfstatus ab dem 36. Lebensjahr (45 Euro).

Screening-Module und eine Datenbank zu Diabetes

„Neu und innovativ“ sind auch die Screening-Module für Diabetiker, so Dr. Zwerenz. Die DAK zahlt hier für Früherkennung und Weiterbehandlung, z.B. bei diabetischer Neuropathie oder nephrologischen Komplikationen, jeweils 10 Euro pro abrechenbarer Leistung.

Neu ist auch der Einsatz einer Datenbank, die die Pro Versorgung AG, ein Tochterunternehmen des Deutschen Haus­ärzteverbands, mit Sanofi-Aventis Deutschland entwickelt hat. Sie versorgt die Ärzte mit Daten und Auswertungen zu Komorbiditäten des Diabetes. Für einen Diabetes-Arznei-Interaktions-Check gibt es einmal im Jahr 5 Euro.

Verknüpfung mit Angeboten der Integrierten Versorgung

Natürlich enthält der Vertrag auch die üblichen HzV-Elemente wie die Strukturpauschale (20 Euro), die kontaktabhängige Pauschale (40 Euro), Zuschläge für einen erhöhten oder intensiven Betreuungsaufwand von je 20 Euro (Diagnosen des Morbi-Risikostrukturausgleichs bzw. einer ICD-10-Liste) oder den Verah-Zuschlag (5 Euro). Ferner gibt es Einzelleistungen (Hausbesuche, postoperative Betreuung etc.).

Der Hausarzt hat bei HzV-Versicherten, die einer weitergehenden fachärztlichen, spezialisierten ambulanten oder stationären Versorgung bedürfen, zu prüfen, ob es für sie geeignete Angebote der DAK-Gesundheit zur Integrierten Versorgung gibt. Dies gilt z.B. bei Knie- und Hüftgelenken, chronischen Schmerzen, psychischen Problemen, Krebs oder Operationen bei Herz- und Kreislauferkrankungen.

Von solchen Verknüpfungen erhofft man sich Qualitäts- und Effizienzsteigerungen. Gleichwohl bleibt die „Wirtschaftlichkeitsbetrachtung“ des Vertrags vage. Weniger Arztkontakte durch die Hausarztbindung und vermiedene Klinikausgaben könnten unterm Strich stehen.