Kabinett begrüßt die Landarztquote in Bayern

Gesundheitspolitik Autor: Maya Hüss

Eine Landarztquote soll es erstmals ab 2019 in Bayern geben. © Fotolia/Thomas Reimer

Vorreiter für die Einführung einer Landarztquote, könnte ab 2019 das Bundesland Bayern sein. Wer sich an einen Vertrag bindet, kann sich aus dieser Verpflichtung nur mit einer Strafzahlung lösen.

Die Weichen sind gestellt: Die Bundesregierung hat sich am vergangenen Dienstag, den 11.Juli 2017, für eine Landarztquote ausgesprochen, die erstmals in Bayern zum Wintersemester 2019/2020 eingeführt werden soll.

Demnach sollen bis zu fünf Prozent der Studienplätze für Humanmedizin an diejenigen vergeben werden, die sich vertraglich dazu verpflichten, Landarzt zu werden. Die Bedingungen sind klar geregelt: Der Studierende wählt nach Abschluss seines Medizinstudiums die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin und legt die entsprechende Facharztprüfung ab. Danach wird er in unterversorgten Regionen oder dort, wo Unterversorgung droht, acht Jahre als niedergelassener Arzt tätig.

„Damit soll die Ausbildung der nächsten Medizinergeneration neuen Herausforderungen, wie zum Beispiel einer Gesellschaft des längeren Lebens und einer gesicherten ärztlichen Versorgung auch in ländlichen Regionen gerecht werden“, sagen Gesundheitsministerin Melanie Huml und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle.

Entscheidet sich der Studierende während seines Studiums für eine andere Fachrichtung und lehnt er den Beruf des Landarztes ab, drohen im Strafgelder von bis zu 150.000 Euro, so die Süddeutsche Zeitung.

Auch die Zahl der Studienplätze soll erhöht werden

Neben Einführung der Landarztquote soll auch die Zahl der Medizinstudienplätze in Bayern erhöht werden.„Mit Gründung der Medizinischen Fakultät in Augsburg wird Bayern ab dem Wintersemester 2019/20 seine Studienplatzkapazitäten stufenweise um 252 Studienplätze erhöhen. Damit haben wir bereits eine Vorreiterstellung inne gegenüber anderen Bundesländern“, sagt Wissenschaftsminister Dr. Spaenle.

Hochschulen sollen zudem Lehrpraxen und Lehrkrankenhäuser noch stärker in die Medizinerausbildung, gerade im ländlichen Raum, einbinden, um die Praxisnähe der Ausbildung zu erhöhen. „Auch künftig sollen die Patientinnen und Patienten einen Hausarzt vor Ort finden können. Die Sicherung unseres Ärztenachwuchses für die Menschen in unserem Land ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. Deshalb wird die Staatsregierung in ihren Bemühungen, Ärzte für das Land zu gewinnen, nicht nachlassen“, so Gesundheitsministerin Huml.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 161, Samstag/Sonntag 15./16. Juli 2017,Wissen, S. 37,
Pressemitteilung Bayerische Staatskanzlei.