Kassen verfügen über Finanzreserven von 16 Mrd. Euro

Gesundheitspolitik Autor: Anke Thomas

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Als "stabil" bezeichnet Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die finanzielle Situation der Kassen im ersten Halbjahr 2014. Die Ersatzkassen haben jedoch ein Minus erwirtschaftet.

Gesundheitsfonds (10,4 Mrd. Euro) und Krankenkassen (16,2 Mrd. Euro) verfügen insgesamt über Finanzreserven von rund 26,6 Mrd. Euro.

Während Ersatzkassen, BKK, IKK und LKKen ein Defizit (918 Mio. Euro) erwirtschafteten, erfreuen sich AOK und Knappschaften (KBS) über ein Plus von 288 Mio. Euro.

Das Defizit oben genannter Kassen liegt zum Großteil darin begründet, dass die Kassen ihre Versicherten über Prämien und freiwillige Leistungen im ersten Halbjahr 2014 an den Finanzreserven beteiligt haben.

Ursache für Defizit: Prämienzahlungen, professionelle Zahnreinigung, Osteopathie

So wurden Ausgaben für Prämienzahlungen an Krankenkassenmitglieder in Höhe von 393 Mio. Euro und Aufwendungen für freiwillige Satzungsleistungen (professionelle Zahnreinigung, Osteopathie) in Höhe von 124 Mio. Euro geleistet, teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit.

Zudem seien von den Krankenkassen im ersten Halbjahr per Saldo insgesamt 73 Mio. Euro im Zuge des Risikostrukturausgleichs zwischen den Krankenkassen einnahmemindernd ausgewiesen.

 

Ohne diese Zahlungen, so das Bundesministerium für Gesundheit weiter, läge ein nahezu ausgeglichenes Finanzergebnis der GKV im ersten Halbjahr vor.

Insgesamt jedoch ist so ein Defizit von 630 Mio. Euro entstanden. Wie sich dieses auf die einzelnen Kassen verteilt, ist aus der Grafik ersichtlich.

Aufgrund der vorliegenden Zahlen ist Bundesgesundheitsminister Gröhe zuversichtlich, dass die Zuweisungen, die die Kassen aus dem Gesundheitsfonds erhalten, in 2014 ausreichen werden, um die voraussichtlichen Ausgaben zu decken.

Politisch gewollt ist hierbei ausdrücklich, dass Kassen weiterhin Prämien oder freiwillige zusätzliche Satzungsleistungen gewähren, auch wenn sie dabei auf (hohe) Finanzreserven zurückgreifen bzw. diese abschmelzen müssen.