KBV: Allein drei Mrd. Euro mehr Honorar für Arztlohn nötig

Gesundheitspolitik Autor: MT

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Die Honorarverhandlungen der KBV mit den Kassen für 2015 starten Mitte August. Die KBV will über eine Anhebung des sog. kalkulatorischen Arztlohns sprechen.

Ein Vertragsarzt, der 51 Wochenstunden GKV-Patienten behandelt, sollte ungefähr das Gleiche wie ein Oberarzt verdienen. Das aber ist längst nicht mehr der Fall. So wurde 2008 der kalkulatorische Arztlohn mit 105 000 Euro festgelegt.


Mittlerweile verdient ein Oberarzt jedoch 133 000 Euro. „Hier besteht erheblicher Nachholbedarf, den wir auch einfordern werden“, kündigt KBV-Chef Dr. Andreas Gassen im Vorfeld der Honorarverhandlungen mit den Kassen an und gibt den möglichen Erwartungen im gleichen Atemzug wieder einen Dämpfer: „Dass das nicht in einem Schritt gelingen kann, ist klar.“ Es geht um rund drei Milliarden Euro zusätzlich für die 110 000 Vertragsärzte.

Weitere Punkte, die die KBV in die kommenden Honorarverhandlungen Mitte August mit den Krankenkassen einbringen will, sind steigende Praxiskosten sowie die Morbiditätsentwicklung der Bevölkerung. Wichtig ist der KBV auch, dass das Thema Einzelleistungen in den Verhandlungen zur Sprache kommt. Es müssen laut Dr. Gassen ausbudgetierte Leistungen mit festen Preisen her, damit die Versorgung auf Dauer sichergestellt werden kann.

Der Ansatz der KBV ist völlig richtig, sagt Dr. Dirk Heinrich, Chef des NAV-Virchow-Bundes, und meint: Wenn der ambulante Bereich beim Ringen um den knappen ärztlichen Nachwuchs nicht ins Abseits gegenüber Kliniken geraten will, müssen die Verdienstmöglichkeiten für Praxisärzte attraktiver werden.