KBV-Kampagne: Für einen Tag ein Shootingstar

Gesundheitspolitik Autor: Anke Thomas

Anke Thomas

Na klar, da mach ich mit!, so Hausarzt Dr. Markus Zitz-Salzmann, als er eine Einladung von der KBV zu einem Fotoshooting der Imagekampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ erhielt. Und sein Freund und Patient Pascal Engasser ist ebenfalls sofort Feuer und Flamme.

 

Aus 130 Bewerbern wählte die KBV gemeinsam mit der beauftragten Agentur 30 Ärzte aus, die für das Shooting in Trebur in der Nähe von Mainz eingeladen wurden. Und weil jedes Shooting rund anderthalb Stunden in Anspruch nimmt, hat die KBV die Ärzte verteilt über drei Tage eingeladen. Teilweise dauert die Anreise für die Kollegen mehrere Stunden, manche haben einen ihrer Patienten im Handgepäck. Denn dieses Mal soll es auch Teamfotos von Arzt und Patient geben.

Ärzte dürfen unter den Slogans auswählen

Bei ihrer Ankunft werden Ärzte und Patienten von KBV-Mitarbeiterin Nadine Jahnz begrüßt. Zunächst sollen die Fotomodelle ihre Unterschrift mehrmals in verschiedenen Versionen abliefern und ankreuzen, welche ihrer Signaturen ihnen am besten gefällt. Später wird die Unterschrift eingescannt und in das Plakat eingebaut. Anschließend wird mit Franziska Gregor, eine Mitarbeiterin der von der KBV beauftragten Werbeagentur „ressourcenmangel“, „besprochen, welche Headline Arzt (und Patient) am ehesten zusagt“.


Dr. Zitz-Salzmann, der seit 2002 in einer Düsseldorfer Gemeinschaftspraxis niedergelassen ist, und sein Freund wählen  die Version:
Patient: „Ich vertraue auf seine Behandlung“
Arzt: „Und ich behandle alles vertraulich“
Ob dieses Team später tatsächlich aufs Plakat kommt und ob auch der Slogan so bleibt, ist noch ungewiss.


Auch Angelika Starke, die seit 27 Jahren in Wuppertal niedergelassen ist, freut sich auf das Shooting. Zunächst ist von der ärztlichen Psychotherapeutin jedoch Geduld gefragt, denn Dr. Zitz-Salzmann befindet sich noch in der Maske. Hier wird der Bart ein bißchen gestutzt, die Augenbrauen gekämmt, das Haar geglättet, mit Wachs aufgepeppt und das Gesicht gepudert.


„Wir wollen, dass die Ärzte authentisch rüberkommen“, erklärt Franziska Gregor. Deshalb hält sich das Make-up in Grenzen. Weil die Bilder sehr stark vergrößert werden, könnte es bei zu viel Farbe im Gesicht Probleme mit den Poren geben. Bei den Ärzten über 30, die meist nur hier und da ein Pickelchen haben, ist das auch weniger problematisch. Mit den jungen Ärzten aus der Niederlassungskampagne war das etwas schwieriger zu bewerkstelligen.

Allerdings werden die Fotos später auch noch mit einem Softwareprogramm bearbeitet. „Hier haben wir es sogar schon geschafft, einen offenen Hosenstall weg zu retuschieren“, lacht die Mitarbeiterin.

Heftklammern sorgen für den perfekten Sitz

Während Patient Pascal Engasser mittlerweile in der Maske sitzt, befindet sich Dr. Salz-Zitzmann in den Händen der Stylistin. Pullover, Hemden, Kittel, Stethoskop – mit scharfem Blick checkt die Stylistin ab, was am besten passt.


Dr. Zitz-Salzmann bekommt einen grünen Pullover zugeteilt und weil es hier und da nicht richtig passt, kommen auch Heftklammern zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Farben uni sind und zum Gesamtkonzept passen. Schließlich würden Logos, Karos und Co. nur ablenken – die Fotos sollen klar und sauber rüber kommen.

Fotograf hat extra ein Podest aufbauen lassen

Dann taucht der Fotograf auf: „Hallo, ich bin der Jens“, und das Shooting geht los. Jens Ihnken  hat eigens ein Podest in der Fotohalle aufbauen lassen, damit die Ärzte  sich wie ein Star fühlen. Eine Trennwand zu dem weiteren Team, das vor aufgebauten PCs sitzt und die Ergebnisse kontrolliert, schützt die Ärzte vor zu vielen Augen. „Wir wollen, dass die Atmosphäre beim Shooting ruhig und entspannend ist“, erklärt Ihnken.

Dann soll sich Hausarzt Zitz-Salzmann locker machen. Beine und Hände schütteln, während im Hintergrund ruhige Musik läuft. Der Fotograf fordert auf: Schau mal traurig, fröhlich, stolz, das Kinn ein bisschen nach oben,  nachdenklich, ernst, nochmal fröhlich, noch fröhlicher – klick, klick, klick.

Zwischendurch wird immer wieder mal gepudert oder am Gewand gezupft.
Gemeinsam schauen sich Fotograf, das Team und Dr. Salz-Zitzmann die Ergebnisse an und sind zufrieden. Dann hat das Warten für Angelika Starke ein Ende und sie darf aufs Fototreppchen. Anfang April werden es die Ärztinnen, Ärzte und Patienten wissen, ob sie es aufs Plakat geschafft haben oder sich auf anderen Werbeplattformen (online, Flyer etc.) wiederfinden.