KBV-VV: Nachbesserung bei NäPa-Ziffern gefordert

Gesundheitspolitik Autor: Anke Thomas

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Viele KVen haben gefordert, dass die KBV bei den NäPa-Leistungen wieder zurückrudern solle. Auf der KBV-Vertreterversammlung fand dies keine Mehrheit; allerdings soll es Nachbesserungen geben.

Insbesondere ärgert die Hausärzte, dass nur ein Teil der Kollegen von dem extrabudgetären Honorar von 118 Mio. Euro (14 Mio. Euro gehen an die Kinderärzte) profitieren werde.

Aber auch die hohen Hürden, wie etwa die erforderliche Fallzahl von 860 Scheinen/Quartal in den letzten vier Quartalen oder zusätzliche Qualifikationen für Verahs kritisierten Ärzte auf der KBV-Vertreterversammlung. Die Strategie, neue Strukturen mit NäPas aufzubauen, sei jedoch insgesamt richtig, war mehrfach von Vertretern zu hören.

KBV-Vizechefin Regina Feldmann rechnete vor, dass für die erste Praxis­assistentin eine Strukturförderung von bis zu 5260 Euro im Jahr möglich sei. Bei fünf Hausbesuchen pro Woche, also 60 in einem Quartal, ergäben das pro Jahr noch einmal zusätzlich 4080 Euro.

Förderung der NäPas nicht in dieser Form begrenzen

Mit einer zweiten Praxisassistentin, vorausgesetzt beide Assistentinnen absolvieren jeweils 120 Besuche pro Quartal, sei gar eine zusätzliche Vergütung von 21 580 Euro pro Jahr drin (5260 Euro Strukturpauschale plus 8160 Euro Hausbesuche 1. Näpa plus 8160 Euro Hausbesuche 2. NäPa = 21580 Euro).

Ein Antrag, das extrabudgetäre hausärztliche Honorar gleichmäßig als Zuschlag über die Chronikerpauschale zu verteilen, fand keine Mehrheit. Dafür forderten die KBV-Vertreter aber, dass bei den hohen Abrechnungsvoraussetzungen nachgebessert werden muss.

So soll die Förderung nicht bei 1320 Euro pro Quartal und Assistentin begrenzt werden. Zudem sei die hohe Fallzahl eine Hürde, die abgeschwächt werden müsse.

In einem weiteren Antrag stimmten die Vertreter dafür, dass Verahs auch ohne zusätzliche Ausbildung als NäPa anerkannt werden. Gleiches soll für die Ausbildung zur Krankenschwester mit dreijähriger Berufserfahrung in ambulanter Tätigkeit und die NäPa-Qualifikation der BÄK gelten.

Kein Verständnis für die Aufregung der Hausärzte

Damit alle Hausärzte wenigstens ein bisschen profitieren, soll zumindest ein Teil des extrabudgetären Honorars zur Erhöhung der Chronikerpauschale verhandelt werden.

Bei der Entwicklung des hausärztlichen EBMs sei dem Wunsch der Hausärzte entsprochen worden und die Honoraranteile seien hausärztlich verhandelt worden, sagte in diesem Zusammenhang KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. Insofern wundere er sich über die jetzige Aufregung in diesem Punkt.

Da es sich immer wieder zeige, dass eine komplette Trennung der Vergütungsbereiche schwierig sei (Änderungen im fachärztlichen Bereich wirken sich auf die Hausärzte auf und umgekehrt), so Dr. Gassen weiter, müssten Ärzte nun über die Frage entscheiden, ob es sinnvoll sei, die Versorgungsbereiche getrennt zu verhandeln.

Sollte dies nicht der Fall sein, bot sich Dr. Gassen an, "das Gewicht der Ärzteschaft" gegenüber dem GKV-Spitzenverband künftig wieder gemeinsam in die Waagschale zu werfen.