KV droht einen „Notstands-HVM“ an

Gesundheitspolitik Autor: Michael Reischmann

Noch eine KV-Plakataktion: diesmal zum Honorar und der ausstehenden Erhöhung.

Die KV Hessen hat die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen für gescheitert erklärt. Die KV hält an ihrer Forderung von 13 % Erhöhung fest. Sie untermauert diese mit Zahlen zur Morbidität, die in Hessen höher als im Bundesdurchschnitt ausfallen.


Die Kassen hätten kein substanzielles Angebot vorgelegt, sondern nur auf ausgeglichene Haushalte und das Vermeiden von Zusatzbeiträgen verwiesen, berichtet KV-Chef Frank Dastych. Nun steht also das Schiedsamtsverfahren unter einem neuen Schiedsmann an.

KV-KampagneKV für Protest im Wartezimmer vorgesorgt

Sollte auch das „kein angemessenes Ergebnis hervorbringen“, hat die Vertreterversammlung den Vorstand aufgefordert, einen „Notstands-HVM“ vorzulegen. Wie der aussehen könnte, ist noch völlig unbestimmt, räumt KV-Vize Dr. Günter Haas ein. Denn das würde die Einschränkung medizinischer Leistungen bedeuten. Eine weitere Drohung besagt, dass die KV den Pakt zur Niederlassungsförderung aufkündigt.


Für einen möglichen Protest im Wartezimmer hat die KV schon mal mit Plakatmotiven vorgesorgt. Inspiriert von der KBV-Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ zeigen ihre Poster Köpfe mit schwarzen Augenbalken, auf denen z.B. steht: „6,20 Euro im Monat gehen für mich unter die Gürtellinie.“ Die Fußzeile, dass es sich beim Abgebildeten um einen Urologen, Hausarzt etc. handelt, ist allerdings geschummelt. Tatsächlich sind es Fotomodelle, gibt KV-Chef Dastych zu. Er kenne aber echte Ärzte, die dieselben Aussagen wie die auf den Plakaten treffen.


Quelle: Pressekonferenz der KV Hessen, Frankfurt/M., 2013

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