Mehr Augenmerk auf die Altersmedizin

Gesundheitspolitik Autor: Dr. Ulrike Hennemann

„Unsere Zukunft wird älter – Zeit zu handeln“ – unter diesem Leitsatz steht eine Initiative des Unternehmens Berlin-Chemie, die dem demographischen Wandel in unserer Bevölkerung und den damit verbundenen Herausforderungen in der medizinischen Versorgung Rechnung tragen will.

Der wachsende Anteil an Senioren in unserer Bevölkerung bringt Herausforderungen für alle Beteiligten im Gesundheitswesen mit sich, die erheblich unterschätzt werden, wie Dr. Rom Andrej Zeyfang, Abteilung für Innere Medizin und Geriatrie am Bethesda-Krankenhaus in Stuttgart, auf einer Pressekonferenz des Pharma-Unternehmens Berlin-Chemie erklärte.

Im Jahr 2030 wird fast jeder dritte Mensch älter als 65 Jahre sein. Hauptziel der Gesundheitsversorgung: Dass die immer höhere Lebenserwartung von maximal möglicher geistiger und körperlicher Fitness und best möglicher Lebensqualität begleitet wird.

Die Bedeutung verschiedener Erkrankungen wird sich mit der kopfstehenden Alterspyramide verschieben, wie Dr. Zeyfang schon an der aktuellen Situation deutlich machte. „Die häufigste Erkrankung bei über 80-jährigen ist die Lungenentzündung, gefolgt vom Schenkelhalsbruch und der Demenz.“ Fortbildungsmaßnahmen müssen nach seiner Aussage vor allem darauf zielen, Ärzte in der Praxis „für geriatrische Patienten fit zu machen“. So gelte es u.a., lange Krankenhausliegezeiten – der Grund für die häufigen Lungenentzündungen – möglichst kurz zu gestalten, Schmerzen effektiv zu behandeln, Mobilität und kognitive Fähigkeiten zu erhalten oder Hypoglykämien bei den zahlreichen älteren Diabetikern zu vermeiden.

Mit der Initiative „Unsere Zukunft wird älter. Zeit zu handeln“ will das Unternehmen Berlin-Chemie deutlich machen, dass es sich als „Teil der Gesellschaft versteht und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt“, wie der Marketingleiter Torsten Flöttmann erklärte.

Schon in der vergangenen Zeit hat Berlin-Chemie die speziellen Bedürfnisse älterer Patienten mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht. Mit seiner Unterstützung wurde durch die Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Geriatrie der Deutschen Diabetes Gesellschaft das Schulungsprogramm SGS (Strukturierte Geriatrische Schulung) entwickelt, dessen Ziele es letztlich sind, aktive Mitwirkung im Krankheitsmanagement auch im Alter zu erhalten und so Abhängigkeit und Pflegebedürftigkeit zu verhindern.

Auch die Studie SENIORS (Study of the Effects of Nebivolol Intervention on Outcomes and Rehospitalisation in Seniors with Heart Failure), deren Ergebnisse den klinischen Nutzen einer Betablockertherapie bei chronischer Herzinsuffizienz unterstreichen, sowie der Förderpreis „SilverStar“ für nützliche Projekte zur besseren Versorgung älterer Diabetiker gehören zum Engagement von Berlin-Chemie für ältere Patienten.

„Ziel unserer Initiative ist es, mit allen Beteiligten im Gesundheitswesen eine Plattform zu schaffen, die im gemeinsamen Dialog langfristig Konzepte für ein Älterwerden unter Erhalt größtmöglicher Selbstständigkeit diskutiert und entwickelt“, erklärte Torsten Flöttmann.

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