Pillenwechsel: Mehr Verhütung mit weniger Arzneirisiken

Gesundheitspolitik Autor: Michael Reischmann

Der Anteil der risikoärmeren Pillen mit den Gestagenen Levonorgestrel, Norethisteron und Norgestimat ist von 31 % (2007) auf 45 % (2017) gestiegen. © Fotolia/thingamajiggs

55 % der Mädchen und Frauen unter 20 Jahren wird von ihrem Arzt eine Antibabypille mit einem erhöhten oder unklaren Risiko für die Bildung venöser Thromboembolien verordnet. Das ist auch eine gute Nachricht, denn 2015 betrug die Quote noch 66 %.

Seit 2014 gibt es die Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, dass Ärzte insbesondere jungen Frauen, die das erste Mal die Pille einnehmen, Präparate mit einem geringeren Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien verschreiben sollen. „Diese Botschaft kommt offenbar langsam, aber sicher in der Praxis an“, meint Dr. Eike Eymers, Ärztin im Stab Medizin des AOK-Bundesverbandes, aufgrund einer Analyse der GKV-Verordnungsdaten. Demnach ist der Anteil der risikoärmeren Pillen mit den Gestagenen Levonorgestrel, Norethisteron und Norgestimat von 31 % im Jahr 2007 auf 45 % (2017) gestiegen.

Bei den risikoreicheren Gestagenen Drospirenon, Desogestrel und Gestoden gingen die Anteile von 33 auf 7 % zurück. Die Verordnung des Gestagens Dienogest, dessen „langfristiges Risiko noch unklar ist“, nahm von 19 auf 35 % zu. Es gibt also laut AOK noch Verbesserungspotenzial.