Zwei Eimer für die Gesundheit

Kolumnen Autor: Erich Kögler

Wer Hobbyathleten bei 35 °C trainieren lässt, hat wohl zu viel Sonne abbekommen. © Fotolia/matimix

Hitze und Sport? Keine gute Kombination – in unserer aktuellen Meinungskolumne "Mit spitzer Feder".

Wann wird’s mal wieder richtig Sommer? Die Antwort auf die einst von Rudi Carrell in musikalischer Form gestellte Frage haben hierzulande die letzten Monate in eindrucksvoller Manier gegeben. Sonne pur und Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke waren 2018 wochenlang an der Tagesordnung. Zu Recht warnten Medien immer wieder auf allen verfügbaren Kanälen eindringlich vor den gefährlichen Auswirkungen sportlicher Aktivitäten unter sengender Sonne.

Die berechtigten Mahnungen von Medizinern erreichten jedoch offenbar nicht jedermann – oder sie wurden schlichtweg ignoriert. So beobachtete ich kürzlich ein Amateur-Fußballturnier, bei dem der Veranstalter die Kicker nachmittags um drei bei 35 Grad antreten ließ. Ein Sportgelände ohne jeden Schatten spendenden Baum oder Strauch bildete den Rahmen für dieses sportliche Großereignis. Mit der Aufstellung von zwei Wassereimern an den Außenlinien glaubte der Gastgeber wohl seiner Verantwortung für die Gesundheit der eingeladenen Sportler gerecht geworden zu sein. Gott sei Dank blieb dieser Irrsinn meines Wissens ohne ernsthafte Folgen für die jungen Fußballer.

Dabei hätte man gewarnt sein müssen. Ende Juli beispielsweise war der ehemalige Fußball-Nationalspieler Karim Bellarabi während eines Testspiels seines Vereins Bayer Leverkusen in Wuppertal als Folge der körperlichen Belastungen unter Sahara-Bedingungen kollabiert. Und bei ihm handelt es sich um einen Bundesliga-Vollprofi, der unter ständiger Beobachtung mehrerer Mannschaftsärzte steht, während bei den zahllosen Amateurspielen noch nicht mal ein Sanitäter am Spielfeldrand zu finden ist.

Verbandsfunktionäre, die im klimatisierten Büro darüber befinden, dass Spielverlegungen trotz extremer klimatischer Rahmenbedingungen nicht notwendig sind, müssen umgehend ihrer Ämter enthoben werden. Schließlich setzen sie mit ihren Entscheidungen die Unversehrtheit von Sportlern aufs Spiel. Gleiches gilt für die Ehren­amtlichen in den Vereinen. Ihr durchaus löbliches Engagement für den Sport sollte auch die Verantwortung für die Gesundheit der Hobbyathleten umfassen. Schließlich ist in diesen Klassen die körperliche Ertüchtigung noch immer nur die „herrlichste Nebensache der Welt“. Geschieht dies nicht, liegt der Verdacht nahe, dass diese Personengruppe wohl schon im Vorfeld zu viel Sonne abbekommen hat …