Zweifel am Nutzen des DMP Diabetes

Gesundheitspolitik Autor: Dr. Anja Braunwarth

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Seit der Einführung des DMP für den Typ 2-Diabetes im Jahr 2003 floss viel Geld in das Programm. Lohnte sich die Investition?

Allein 2009 wurden für Disease Management Programme (DMP) in Deutschland 1,1 Milliarden € ausgegeben, der größte Teil floss ins DMP Diabetes Typ 2. Fundierte Evaluationen dieses Programms fehlten bisher, erklärte Professor Dr. Stephan Martin vom Verbund der Katholischen Kliniken und dem Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf.

Kostet das DMP-Programm mehr als es nützt?

Nun hat das Wissenschaftliche Institut der Techniker Krankenkasse den medizinischen Nutzen mit einer innovativen Methodik untersucht. Man wertete Routinedaten aus den Jahren 2006 bis 2008 aus und verglich 84 410 Patienten im DMP mit einer Kontrollgruppe aus 23 180 Versicherten. In Bezug auf relevante Komorbiditäten gab es keine gravierenden Unterschiede.


Unter DMP-Teilnehmern lagen die Zahl für Notfalleinweisungen und die Kosten für stationäre Aufenthalte etwas niedriger. Doch kontaktierten sie mehr niedergelassene Ärzte, nahmen mehr EBM-Leistungen in Anspruch und lösten mehr Arzneimittelverordnungen ein. Das Institut kam zu dem Schluss, dass das DMP für den Typ 2-Diabetes in seiner jetzt praktizierten From nicht ausreichend effektiv ist.


Quelle: 6. Allgemeinmedizin-Update-Seminar, Wiesbaden, 2012