Nicht nur für die Elite: wie sich Studierende ein Stipendium sichern können

Praxismanagement , Geld und Steuern Autor: Maya Hüss

Mit der Plattform lassen sich profilbasierte Stipendien und so auch eine finanzielle Unterstützung von bis zu 1000 Euro monatlich finden. (rechts: Dr. Mira Maier, Mitgründerin "myStipendium", Berlin). © fotolia/fotobieshutterb; myStipendium.de

So vielfältig sich die Studienlandschaft an deutschen Universitäten und Hochschulen präsentiert, so vielfältig sind auch die Stipendien, auf die sich Studierende auf der Plattform „myStipendium“ bewerben können. Die Mitgründerin Dr. Mira Maier erklärt, wie‘s funktioniert.

Viele glauben, Stipendien seien nur etwas für Hochbegabte, dabei ist jede dritte Bewerbung bei Stiftungen erfolgreich“, erklärt Dr. Mira Maier, Mitgründerin der Stipendienplattform „myStipendium“. So hätten angehende Ärzte neben Informatikern und Ingenieuren die besten Chancen auf ein Stipendium. Insgesamt 80 Stipendienangebote richten sich auf der Plattform speziell an Medizinstudierende. „Die Trefferquote liegt hier bei fast 100 %“, berichtet Dr. Maier. Gerade für Kliniken, die Probleme bei der Nachwuchsgewinnung haben, sei dies eine beliebte Maßnahme, um Kontakt zu potenziellen Berufseinsteigern knüpfen zu können. Dabei gibt es Programme, die ab jedem Zeitpunkt des Studiums, vom ersten Semester bis zur Weiterbildung finanzielle Unterstützung versprechen.

Größte Stipendienplattform Deutschlands

Das im Jahr 2011 gegründete Social Start-up „myStipendium“ um Mitgründerin Dr. Mira Maier umfasst insgesamt 2500 Stipendienprogramme im Wert von 610 Millionen Euro. Lediglich 5 % der Studierenden nutzen derzeit laut Umfrage des Deutschen Studentenwerks ein Stipendium. Neben der Vermittlung von Programmen wie z.B. der Begabtenförderungswerke, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes oder des Deutschlandstipendiums des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vergibt die Plattform, die als Projekt über die Initiative der transparenten Studienförderung läuft, auch selbst Stipendien. Hier geht‘s zur Stipendien-Datenbank: https://www.mystipendium.de/

Fördersumme von monatlich bis zu 1000 Euro möglich

So können beispielsweise Medizinstudierende bei vielen Kliniken oder Klinikverbunden eine Fördersumme von bis zu 1000 Euro monatlich erhalten; oft aber auch mit der Verpflichtung, dort nach dem Studium die Facharztausbildung zu absolvieren. Doch nicht nur Klinikverbunde, Landkreise und Kassenärztliche Vereinigungen kommen für Medizinstudierende infrage, sondern auch viele Stiftungen, die Stipendien unabhängig von der Fachrichtung vergeben.

Die Idee zur Datenbank und zu einer Art Suchmaschine kam der studierten Betriebswirtin, als sie selbst für ihre Doktorarbeit nach finanzieller Hilfe suchte und erst nach langer Zeit fündig wurde. So sollen Studierende es jetzt einfacher haben: Sobald sich der Nutzer ein Profil angelegt hat, gleicht die Plattform die hinterlegten Filterkriterien wie Geschlecht oder Studienfach ab und schlägt anschließend nur diejenigen Stipendien vor, die zum persönlichen Profil passen.

So würden bei einer Bewerbung nicht immer nur die Noten eine Rolle spielen; soziales Engagement, ein außergewöhnliches Hobby, Erfindergeist oder der Geburtsort seien für manche Studiengeber das ausschlaggebende Kriterium für eine Zusage. „Eine Bewerbung sollte zudem viel Persönliches enthalten und möglichst früh geplant werden, da man oft zur Bewerbung selbst noch ein Gutachten von einem Lehrer oder Professor vorweisen muss. Außerdem stehen am Anfang des Studiums sehr viele Stipendienprogramme zur Verfügung“, weiß die 33-Jährige.