App-Test: DGIM-Leitlinien

e-Health , Apps und Internet Autor: Konstantin Meyer

thinkstock

Leitlinien sind die Essenz der evidenzbasierten Medizin. Damit man immer auf dem aktuellen Stand der Therapiempfehlungen bleibt, gibt es die Leitlinien-App der DGIM.

Die DGIM (Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V.) ist maßgeblich an Entwicklung von medizinischen Leitlinien beteiligt. Da wundert es nicht, dass unter Federführung der Gesellschaft eine App entstanden ist, welche diese auch für unterwegs erreichbar macht. Gerade bei immer komplexer werdenden und sich ändernden Behandlungsstrategien, bleibt man so up to date.


In Zusammenarbeit mit dem Börm Bruckheimer Verlag ist das Programm entstanden und aktuell für iOS und Android verfügbar. Die Container-App ist zunächst kostenfrei und beinhaltet die Leitlinie zur Venenthrombose/Lungenembolie. Weitere Leitfäden (aktuell zehn) sind exklusiv und kostenfrei für DGIM-Mitglieder abrufbar.

Internistische Leitlinien überall griffbereit

Zum Download der aktuell erhältlichen Leitlinien, muss man sich zunächst mit seiner Mitgliedsnummer und Passwort in der App anmelden. Einmal auf das Smartphone oder Tablet geladen, stehen die Inhalte dann offline jederzeit zur Verfügung. Die auf dem Homescreen erscheinenden Icons unterteilen sich zur besseren Orientierung in blau hinterlegte Leitlinien und in weiß gehaltene Icons für interaktive Tools und Algorithmen zum entsprechenden Regelwerk.


Mit einem Fingertipp gelangt man in das übersichtliche und gut strukturierte Inhaltsverzeichnis, welches sich in weitere Unterpunkte gliedert. Alternative findet man in der Navigationsleiste eine Suchfunktion, die mittels Schlagwort oder Volltext die Inhalte der App durchforstet. Die Kapitel selbst, kann man dann Schritt für Schritt durchblättern.

Scores und Algorithmen führen interaktiv durch die Leitlinie

Als praktisch erweisen sich zudem die verfügbaren Tools. Dahinter verstecken sich verschiedene Entscheidungsbäume, Algorithmen und Scores. Damit kann man direkt beim Patienten mit wenigen Klicks z.B. mit dem Wells-Score die Wahrscheinlichkeit einer tiefen Beinvenenthrombose errechnen. Mittels Favoriten- und Kommentar-Funktion läßt sich zudem das Programm individuell anpassen.


Der Funktionsumfang der App ist groß und erscheint auf den ersten Blick etwas komplex. Daher empfiehlt es sich zu Beginn, das Tutorial und das Video anzusehen, welches über den Informationsbutton im rechten unteren Bereich und dann „How to use“, zu erreichen ist. Im Infobereich findet man zudem einen aktuellen Veranstaltungskalender der DGIM sowie ein Glossar zum Thema.


Fazit: Für DGIM-Mitglieder die auch unterwegs auf die aktuellsten Therapieempfehlungen zugreifen möchten ist die App ein echter Gewinn. Nicht nur die Leitlinien, sondern vorallem die implementierten Scores und Tools können den Praxisalltag mit wenigen Klicks erleichtern. Zu hoffen bleibt, dass bald weitere Leitlinien folgen.

iOS - Apple App Store

 

Android - Google Play Store

 

 

Mit einem Fingertipp zur gewünschten Leitlinie

 

Tabellarisches Inhaltsverzeichnis der Leitlinien und verfügbaren Tools

 

Aufbau der Inhalte in übersichtlichen Unterpunkten

 

Interaktive Algorithmen führen zur Therapieempfehlung

 

Entscheidungsbäume geben übersichtlich das Behandlungsregime wider

 

DGIM-Veranstaltungskalender im Infobereich


Getestet wurde die Version DGIM Leitlinien 2.2 unter iOS 8.1.3 auf dem iPhone 6. Impressum vorhanden.