Mehr Sex, mehr Zärtlichkeit: Was Mediziner-Singles wirklich wollen

Praxismanagement , Team Autor: Anouschka Wasner

Sexualität steht höher im Kurs als Treue. © iSock/Kevin Smart

Was wünscht sich der Single-Arzt am meisten von seiner Zukünftigen? Sex. So lautet eine Quintessenz, die sich aus Angaben von Ärzten bei der Online-Partnervermittlung Parship ziehen lässt und Medical Tribune exklusiv vorliegen.1

Hiernach zählen 53 % der Ärzte regelmäßige Sexualität zu den drei wichtigsten Gründen für eine Partnerschaft – unter Nicht-Ärzten suchen die meisten Männer an erster Stelle „emotionale Geborgenheit“ (was bei Ärzten allerdings direkt an zweiter Stelle folgt).

Auch auf der Plattform ElitePartner legen die Mediziner-Singles mehr als andere Wert auf Attraktivität, Zärtlichkeit und Sex. Treue scheint Ärzten dagegen weniger wichtig zu sein.2 Bei Ärztinnen fallen die Vergleiche zwar nicht ganz so deutlich aus, es zeichnen sich aber ähnliche Tendenzen ab.

Gemeinsam haben Ärztinnen und Ärzte mit anderen Berufsgruppen auf Partnerpirsch, dass sie viel Freizeit mit ihrem Partner verbringen möchten. Dabei gilt der Faktor Zeit bei Medizinern eigentlich als beziehungslimitierend. Online-Suchende sehen dieses Thema aber entspannt: Nur 13 % der Ärztinnen und Ärzte – und damit nur wenige Prozentpunkte mehr als Nicht-Mediziner – nennen Gelegenheit und Zeit als Hürde bei der Partnersuche.1

Aber wenn es nicht so sehr an den Arbeitszeiten liegt, dass Mr. oder Mrs. Right noch nicht gefunden wurde, wo liegt dann das Problem? Viele Kolleginnen und Kollegen denken, dass sie einfach sehr anspruchsvoll sind in Bezug auf den oder die Künftige.1 Das Gute daran: An dieser Schraube lässt sich drehen.

Die Ärztin auf Partnersuche

... legt weniger Wert auf das Aussehen des Partners als alle anderen Befragten.

Wert darauf legen 34 % der Ärztinnen, 68 % der Ärzte, 43 % Nicht-Ärztinnen, 63 % Nicht-Ärzte.1

 .... legt mehr Wert als alle anderen darauf, was der Partner beruflich macht.

Wert darauf legen 38 % der Ärztinnen, 19 % Ärzte, 24 % der Nicht-Ärztinnen, 15 % der Nicht-Ärzte.1

 ... legt mehr Wert als Männer generell darauf, ob der Traumpartner in gesicherten Verhältnissen lebt, aber weniger als Nicht-Medizinerinnen.

Wichtig ist es 20 % der Ärztinnen, 5 % der Ärzte, 27 % der Nicht-Ärztinnen und 8 % der Nicht-Ärzten.1

Der Arzt auf Partnersuche

... geht seltener davon aus, dass er zu schüchtern ist, um die richtige Partnerin zu finden

Dass sie zu schüchtern agieren, meinen 13 % der Ärzte, 10 % der Ärztinnen, 27 % der Nicht-Ärzte und 10 % der Nicht-Ärztinnen.1

... hält sich eher als andere für sehr anspruchsvoll in Bezug auf die künftige Partnerin

Für besonders anspruchsvoll halten sich 35 % der Ärzte, 37 % der Ärztinnen, 24 % der Nicht-Ärzte und 34 % der Nicht-Ärztinnen.1

... legt eher Wert auf das Aussehen des Partners als Ärztinnen und Nicht-Mediziner

Wert darauf legen 68 % der Ärzte, 43 % der Ärztinnen, 63 % Nicht-Ärzte, 34 % Nicht-Ärztinnen.1

Treue und Sex aus Medizinersicht

Zusammen leben, sich vertrauen, gemeinsam alt werden – das wünscht man sich in der Partnerschaft, darin sind sich Ärzte und Nicht-Ärzte einig. Doch an entscheidenden Punkten heben sich die Wünsche der Mediziner von den anderen Berufsgruppen ab.

  • Regelmäßige Sexualität ist für Ärztinnen und Ärzte wichtiger als für andere. Als einen der Hauptgründe für den Wunsch nach einer Partnerschaft nennen 53 % der Ärzte und 36 % der Ärztinnen „regelmäßige Sexualität leben“ gegenüber 39 % der Nicht-Ärzte und 29 % der Nicht-Ärztinnen.1
  • Gegenseitige Treue ist dagegen eher weniger wichtig. Auf die Frage „Was ist Ihnen in der Partnerschaft besonders wichtig?“ nennen nur 26 % der Ärzte und 29 % der Ärztinnen „gegenseitige Treue“. Von den Nicht-Ärzten und Nicht-Ärztinnen tun dies 34 % .

No-Gos für Ärztinnen und Ärzte

Wie offen ist man für den zukünftigen Partner? Ein paar Ausschlusskriterien gibt es wohl immer – bei Medizinern beider Geschlechter noch ein bisschen öfter als bei anderen.

  • Ein fehlender Akademiker-Status ist für Ärztinnen und Ärzte öfter ein Ausschlusskriterium. 38 % der Ärzte suchten gezielt „nur Akademiker“, unter den Nicht-Ärzten sind es nur 19 %.2
  • Bereits vorhandene Kinder sind für Mediziner beiderlei Geschlechts häufiger ein No-Go. 18 % der Ärzte, aber nur 14 % der Nicht-Ärzte möchten explizit keinen Partner, der bereits Kinder hat.2
  • Auch rauchende Partner sind für Ärztinnen und Ärzte öfter ein Problem als für Nicht-Mediziner. 33 % der Ärzte suchten explizit einen Nichtraucher als Partner, bei Nicht-Ärzten sind nur 27 % so konsequent.2 

„Komm her, geh weg“ – was wollen Mediziner?

Nähe-Distanz-Konflikte plagen viele Beziehungen. Bei Ärztinnen und Ärzten scheint das Dilemma noch ein bisschen ausgeprägter als bei anderen.

  • Ärztinnen und Ärzte sehnen sich eher nach Partnernähe als andere. Auf die Frage, ob man Lektüre, die man gut findet, mit dem Partner teilt, sagten 67 % der Ärzte und 57 % der Ärztinnen, dass ihnen das Freude macht, jedoch nur 49 % der Nicht-Mediziner und 46 % der Nicht-Medizinerinnen. Diese Antwort wird als Indikator für die Sehnsucht nach Partnernähe gewertet.
  • Trotzdem plädieren relativ viele Mediziner für getrennte Schlafzimmer. Zwar sprechen sich die meisten Mediziner wie Nicht-Mediziner für ein gemeinsames Schlafzimmer in einer Zweizimmerwohnung aus, aber 24 % der Ärzte und 28 % der Ärztinnen gegenüber 14 % und 24 % der Nicht-Mediziner würden selbst dann eigene Zimmer favorisieren.
  • Für Ärztinnen wie Ärzte ist es eher wichtig, sich in einer Partnerschaft viel Raum zu geben. Zwei Antworten durften gegeben werden auf die Frage „Was scheint Ihnen in einer Partnerschaft am wichtigsten?“. 32 % der Ärzte und 33 % der Ärztinnen entschieden sich für „Einander viel Raum geben“, aber nur 26 % der Nicht-Mediziner und 31 % der Nicht-Medizinerinnen. Von allen am häufgsten genannt wurde „Wünsche aufeinander abstimmen“.

Quellen:
1Auswertung der Online-Partnervermittlung Parship vom 9. April 2018. Stichgruppengröße ca. 4500 Ärztinnen und Ärzte, Vergleichsgruppe etwa 50 % Akademikerinnen und Akademiker (alle Angaben von Parship).

2Auswertung der Online-Partnervermittlung ElitePartner vom 18. März 2018. Stichgruppengröße ca. 600 männliche Ärzte und 1180 weibliche Ärztinnen, Vergleichsgruppe knapp 70 % Akademikerinnen und Akademiker (alle Angaben von ElitePartner).

Abbildungen: iSock/Kevin Smart, appleuzr, filo, nickylarson, RedKoalaDesign, Skarin, slalomp, Sudowood, Ylivdesign, FingerMedium; MT-Grafik