Hirn & Hören

Chronischer Tinnitus schwächt Gedächtnis und Kognition

Aus der Fachliteratur
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Stand: 
|Lesezeit: 3 Min
Chronischer Tinnitus belastet nicht nur das Gehör. Die ständigen Ohrgeräusche beanspruchen auch kognitive Ressourcen und können Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen beeinträchtigen.

Chronischer Tinnitus kann die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, insbesonders bei Älteren und bei Personen mit Hörverlust. Mit einem Hörgerät und kognitiver Verhaltenstherapie lässt sich gegensteuern.

Fast jeder vierte Mensch in Deutschland hat bereits eine Tinnitusepisode erlebt. Das berichten Dr. phil. Petra Brüggemann und ihre Arbeitsgruppe vom Tinnituszentrum der Charité – Universitätsmedizin Berlin in einer Übersichtsarbeit. Wie es zu den Ohrgeräuschen kommt, ist nicht vollständig geklärt. Bei mehr als 90 % der Betroffenen bestehen enge Verbindungen zur Hörfähigkeit.

Wie Tinnitus und Kognition zusammenhängen

Der präfrontale Kortex filtert Aufmerksamkeit und blendet irrelevante Reize aus, erläutern die Psychologin und ihr Team. Diese Hemmmechanismen scheinen im Alter und bei Tinnitus schlechter zu funktionieren. Bei manchen Betroffenen sind zudem Hirnstrukturen überaktiv, die die Aufmerksamkeit auf das Phantomgeräusch lenken.

Es ist individuell sehr unterschiedlich, wie Betroffene den Tinnitus erleben. Wer sich dadurch psychisch sehr belastet fühlt, hat ein höheres Risiko für kognitive Defizite. Denn Stress kann kognitive Funktionen negativ beeinflussen. Zudem sind das Lebensalter und ein Hörverlust bedeutende Risikofaktoren für einen Tinnitus.

Weitere Beiträge zu Tinnitus und Kognitionsverlust:

 

Tinnitus beeinflusst Gedächtnis und Sprechvermögen

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